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PrintCast lockt mit Tinte

In der BlueBOX wurde eine neue Geschäftsidee ausgebrütet

12.05.2007

Mit seiner neu gegründeten Firma PrintCast ging er jetzt an die Öffentlichkeit. Erst vor einem halben Jahr wurde die Geschäftsidee geboren und gedieh zunächst im Verborgenen, bis der 33-Jährige auf der Cebit in Hannover zum ersten Mal an die fachkundige Öffentlichkeit ging. Und jetzt soll PrintCast starten. Schon die ersten Meldungen in Computerzeitungen und Online-Diensten sorgten für ungeheure Nachfrage. Denn der Deal mit den kostenlosen Tintenpatronen zieht. Und so soll es funktionieren: Die Werbeempfänger - User genannt - müssen sich registrieren und dabei Einiges von sich preisgeben. Alter, Hobbys und Haushaltseinkommen etwa. Danach wird die Werbung ausgewählt, die ihr Drucker künftig ausspuckt. Jede fünfte Seite, oder als Bannerwerbung, wozu der Text der Seite dann entsprechend verkleinert wird. PrintCast führt ein Konto für jeden Werbeempfänger und schreibt dort für jede gelieferte Werbeseite einen Betrag von etwa 20 Cent gut. Weist das Konto 50 Euro aus, gibt es per Post einen Satz Tintenpatronen - farbig und schwarz. Aber nicht beliebig oft, grenzt Birger Wunderlich ein, sondern maximal vier Sendungen pro Jahr. Macht eine Ersparnis von rund 200 Euro. Finanzieren sollen das die Kunden, für die PrintCast wirbt. Die seien an der personalisierten Werbung sehr interessiert, erklärt Wunderlich seine Geschäftsidee. Gäbe es bei der herkömmlichen Werbung erhebliche Streuverluste, erreichte sein Prinzip nur echte potenzielle Verbraucher. Dem Kummer vieler Werbekunden, dass ein Großteil ihrer Prospekte ungelesen im Papierkorb landet, setzt er nun etwas entgegen: PrintCast. Aber PrintCast ist auch wählerisch. Bevor die Werbung ins Internet gestellt wird, wird kontrolliert. ?Werbung für Tabak und Alkohol ist bei uns tabu?, bekräftigt Birger Wunderlich. Am Mittwoch hat er sein Konzept auch Bürgermeister Beisenherz und Landrat Welt vorgestellt. Und überzeugt. Kein Wunder, hat er doch in absehbarer Zeit Großes vor. So will er bald im Technologiepark weitere Räume anmieten, um die neue Firma zu etablieren. Dafür hat er nicht nur seinen Bruder, Björn Wunderlich, einen Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik, mit ins Boot geholt, sondern will noch weitere Arbeitsplätze schaffen. 49 noch in diesem Jahr, bis 2009 sollen es gar 150 werden. Wurde zum Beispiel der Versand der Gratis-Tintenpatronen zunächst bei einer Fremdfirma in Auftrag gegeben, kann sich Geschäftsführer Wunderlich durchaus vorstellen, das in absehbarer Zeit auch selbst zu erledigen. Der Umsatz soll in demselben Zeitraum von vier auf 45 Millionen ansteigen. Finanziert wird das Projekt, in das bis jetzt 180 000 Euro Eigenkapital geflossen ist, durch die NRW Bank und Investoren. Das Betriebsergebnis soll Wunderlichs Prognose zufolge von 0,25 Millionen Euro im laufenden Jahr auf über neun Millionen im Jahr 2009 klettern. Zum Schluss verkündete Birger Wunderlich noch seinen jüngsten Deal mit Diel, dem Wirtschaftsförderer. Er hat sich eine Option auf das Grundstück neben seiner BlueBOX gesichert. ?Da will ich bauen, kein anderer?, verkündet der erfolgreiche junge Unternehmer optimistisch. Gabriele Regener

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