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Rock gegen Rechts

CASTROP-RAUXEL Angesichts der jüngsten Ereignisse sieht Jens Blume von der Kulturinitiative Rock gegen Rechts seine Befürchtungen bestätigt: Im Ruhrgebiet ist die rechte Szene dabei, Fuß zu fassen. Angesichts der Schändung des Mahnmals mit vermutlich rechtsradikalem Hintergrund gibt es jetzt eine passende Antwort.

von Von Benedickt Reichel

, 07.02.2008

Erst vor wenigen Tagen berichteten die RN über die Schändung des Mahnmals zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Tat mit vermutliche rechtsradikalem Hintergrund. Doch Jens Blume weiß, die Neonazis machen nicht nur mit Zerstörung und Gewalt auf sich aufmerksam. Vielmehr versuchen sie vermehrt mit Musikveranstaltungen junge Sympathisanten zu rekrutieren. Da braucht es ein Gegenangebot. "Wir müssen durch eigene kreative Angebote Überzeugungsarbeit leisten", sagt Jens Blume. Zum Beispiel mit Musik, mit Tönen, aber vor allem mit Worten - gegen Rechts, versteht sich.Fünf Bands rocken gegen rechts

Morgen Abend, 8. Februar, soll darum im Haus Oestreich an der Frohlinder Straße 35 gerockt werden. Fünf Bands treten ab 19 Uhr beim Wettbewerb "Rock gegen Rechts" mit ihren Songs gegeneinander an. Eine Jury mit Vertretern aus der Musikbranche und der Politik fällt das Urteil. Dem Sieger winkt ein Karriere-Starterkit: professionelles Demotape, Werbung auf mehreren Internetseiten der Rock-Szene und ein gutes Wort bei zahlreichen Kontaktpersonen der Musikindustrie. Keine Garantie für den Durchbruch, aber etwas, "was mit Geld so nicht zu bezahlen ist", erklärt Organisator Jens Blume und fügt hinzu, was der Sieger mitbringen muss: "Die Kriterien der Jury sind in erster Linie die Inhalte, die klar Position gegen Rechts beziehen sollen. Es geht nicht nur um die musikalische Leistung."

Mit einem 20- bis 30-minütigem Kurzprogramm treten beim Bandcontest an: Armin Tamzarian Beautiful Broken Elendstouristen Painwords Klutz aus Castrop-Rauxel, aus Dortmund, die aus Duisburg, aus Düsseldorf und aus Schneverdingen."Alle fünf Bands zählen für mich jetzt schon zu den Gewinnern"

Die Finalisten sind bereits eine Auswahl der zahlreichen Bewerber. "Alle fünf Bands zählen für mich jetzt schon zu den Gewinnern", sagt Tamara Keuer, Jurymitglied und Landessprecherin der Linksjugend. "Politisches Engagement in der Musik ist in den letzten Jahren leider eine Seltenheit geworden." Mit der Auslobung des besten Songs gegen Rechts sollen Musiker und Fans bewegt werden, sich wieder mehr Gedanken zu machen. Der Eintritt ist kostenlos.

 

 

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