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Sonderkamp: "Das Maß ist voll"

CASTROP-RAUXEL Den letzten Grünkorridor im Bereich Becklem/Meckinghoven wollen sie unbedingt retten. Mit aller Macht stemmen sich die Bürger im Aktionskreis Meckinghoven-Becklem gegen die in Datteln aufgekommenen Pläne für ein Gewerbegebiet an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel. „Das Maß ist voll“, sagt Rolf Sonderkamp, Sprecher des Aktionskreises, im Interview mit RN-Redakteur Peter Wulle.

27.02.2008

Unglaublich schnell haben sich die Bürger organisiert. Dabei sind die Planungen angeblich noch sehr vage und nach Aussage des hiesigen Technischen Beigeordneten Heiko Dobrindt gibt es „keine belastbare, diskussionsfähige Planung.“ Warum glauben Sie, jetzt schon so aktiv werden zu müssen? Sonderkamp: Die Taktik ist doch, dass nach und nach Fakten geschaffen werden. Und wenn erst mal Gelder für die Erschließung des Gewerbegebiets bewilligt sind, wird der Druck größer, das auch zu realisieren. Außerdem kennen die Bürger in Becklem und Meckinghoven die Hinhalte-Taktik nur zu gut.Ja, woher? Sonderkamp: Vor zehn Jahre war die Situation schon einmal ähnlich. Damals ging es um eine Müllumladestation im Grenzgebiet. Dieselben Bürger, die sich jetzt auch zusammen getan haben, haben über ein Jahr gekämpft, bis die Sache vom Tisch war. Die Leute machen das also jetzt schon zum zweiten Mal. "Unser Gebiet ist ja sehr stark vorbelastet" Alle schreien nach Arbeitsplätzen und Impulsen für die Wirtschaft. Sobald aber Gewerbeflächen ausgewiesen werden, heißt es oft: Ja, aber doch nicht bei uns ... Sonderkamp: ... davon kann bei uns keine Rede sein. Unser Gebiet ist ja sehr stark vorbelastet: Ruhrzink, Rheinzink, Betonwerk, neues Kraftwerk, B 235 und manches mehr. Das Maß ist einfach voll. Von drei Seiten haben wir schon Gewerbe, aus dem vierten Fenster möchten wir einfach auch Grün sehen.Sie könnten auch darauf verweisen, dass es ja noch alte Industriebrachen in Castrop-Rauxel und in der Region gibt, die zuerst in Anspruch genommen werden könnten. Sonderkamp: Genau, es gibt genügend Industriebrachen. Auch wenn es teuer ist, die aufzubereiten, müssen sie genutzt werden. Wer soll sich darum sonst kümmern? Wollen wir das unseren Kindern überlassen und stattdessen auch den letzten grünen Zipfel in Datteln zubauen?Castrop-Rauxels Bürgermeister Johannes Beisenherz hat zu dem von Datteln geplanten Gewerbegebiet gesagt „Wenn wir können, werden wir das verhindern“. Kann Castrop-Rauxel das verhindern? Sonderkamp: Ich denke, Castrop-Rauxel hat eine wichtige Einfluss-Möglichkeit, weil die Erschließung der rund 40 Hektar großen Fläche wohl nur über Castrop-Rauxeler Stadtgebiet erfolgen kann. Aber hat der Bürgermeister das wirklich so gesagt? Waren Sie dabei?"Dann hoffen wir, dass er bei dieser Haltung bleibt"Ja, das hat er im Rat wörtlich so gesagt. Sonderkamp: Dann hoffen wir, dass er bei dieser Haltung bleibt. Überhaupt sollten die Städte Datteln, Waltrop und Castrop-Rauxel in dem Dreistädteeck enger zusammen arbeiten. Waltrop setzt da mit dem Schleusenpark auf Tourismus, Castrop-Rauxel in Becklem auf Wohnqualität und Datteln auf Gewerbe. Das geht doch nicht.Was macht der Aktionskreis außer dem Sammeln von Unterschriften? Sonderkamp: Das überlegen wir gerade. Wir haben 600 Unterschriften zusammen und laden demnächst vielleicht zu einer großen Versammlung ein und verteilen weitere Flugblätter. 

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