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Umweltzone liegt im dicken Nebel

CASTROP-RAUXEL Zum Luftreinhalteplan fürs Ruhrgebiet wird unsere Stadt auch weiter gehören, aber was tatsächlich aus der Umweltzone wird, lag gestern noch weitestgehend im Nebel.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 13.02.2008
Umweltzone liegt im dicken Nebel

Der RVR fordert eine einheitliche Umweltzone im Ruhrgebiet.

Noch gar nicht offiziell im Umlauf, könnte der zweite Entwurf zum Teilplan Ruhrgebiet Nord wie auch seine Schwestern schon Makulatur sein. Jener Plan mit der zweigeteilten Umweltzone für Castrop-Rauxel (RN berichteten).

Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, hat sich offenbar Städtebauminister Oliver Wittke bei einem Gespräch mit Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben und Umweltminister Eckhard Uhlenberg (alle CDU) so durchgesetzt, dass es statt der großen Umweltzone nur mehr einzelne Straßen mit Plakettenpflicht geben soll.

Bundesstraßen raus

"Wir gehen davon aus, dass der Regierungspräsident uns zusammentrommelt, und sagt, wie es weitergehen soll," erklärte gestern Michael Werner, Chef des Stadtbetriebs EUV, und Befürworter der Umweltzone in der Fläche. Nach Informationen unserer Zeitung ist es sehr gut möglich, dass die im Umweltausschuss vorgestellte Umweltzone so erstmal gar nicht realisiert wird. Zumal jetzt bekannt wurde, dass neben den Autobahnen auch die Bundesstraßen bei den Umweltzonen ausgeklammert werden sollen.

Bahnhofstraße fraglich

Bekanntlich sollte bei uns eine Umweltzone vom Norden der Stadt (A 2) bis zum Süden die B 235 und den westlichen Bereich plus eines Zipfels östlich der B 235 bis zur Dortmunder Straße beinhalten. Diese Lösung könnte möglicherweise aber auch zum 1.1.2011 greifen. Allerdings dann auf der Grundlage von Messungen, heißt es in Expertenkreisen. Ob die Bahnhofstraße, für die ebenfalls deutlich erhöhte Feinstaub- und Stickoxid-Werte erwartet werden, vorab zur Umweltzone werden könnte, ist noch rein spekulativ.

Unterdessen hat der SPD-Arbeitskreis Umwelt den Rückzug der Landesregierung in Sachen Umweltzone mit Bestürzung zur Kenntnis genommen. "Hier wird mit vorgeschobenen Argumenten mit der Gesundheit der Bevölkerung gespielt", so Arbeitskreis-Leiter Daniel Molloisch.

Arbeitskreis warnt

Der SPD-Arbeitskreis Umwelt warnt, dass ein Flickenteppich als Umweltzone wirkungslos sei. „Wir haben sogar im letzten Umweltausschuss gefordert, keine Zweiteilung des Castrop-Rauxeler Stadtgebietes vorzunehmen, so der Leiter des Arbeitskreises, Daniel Molloisch. Die Umweltzone sollte nach Vorstellung der SPD südlich der A 2 für das ganze Stadtgebiet gelten. Die Landesregierung sei jetzt vor den Lobbyisten eingeknickt. Wenn jetzt sogar die Bundesstraßen außen vor bleiben sollten, werde das Ganze völlig unwirksam. Molloisch: „Die Umweltzone ist eine von 212 Maßnahmen zur Verbesserung der Luftreinhaltung. Sie sollte nicht die Menschen gängeln, sondern war ein Versuch, zukünftige Fahrverbote aufgrund zu hoher Feinstaub- bzw. Stickoxidwerte zu vermeiden.“ Davon bleibe aber nach den neuen Überlegungen nichts mehr übrig. Es erscheine außerdem als völliges Rätsel, dass in anderen Ballungsräumen (Köln, Berlin, Hannover) diese Zonen eingerichtet würden, nur im Ruhrgebiet nicht.

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