Claus Goedicke präsentiert Dinge mit Vergangenheit

Fotoausstellung in Bottrop

Hammer, Nägel, Messer und Gabel - Alles Dinge, die in jedem Haushalt zu finden sind. Nichts Außergewöhnliches. Doch präsentiert man die Gegenstände für sich, erscheinen sie in einem ganz anderen Licht. Fotokünstler Claus Goedicke fragt in seiner Ausstellung im Bottroper Quadrat nach den Geschichten hinter den Dingen.

BOTTROP

, 21.02.2017, 17:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wem gehören die abgebildeten Gegenstände, auf denen sich auch nur die kleinste Gebrauchsspur abzeichnet? Diese Frage drängt sich regelrecht auf bei der Betrachtung von Claus Goedickes Fotografien. Jedes Objekt platziert er einzeln, zentral in der Bildmitte und übergroß.

Gepaart mit der Wahl des Hintergrundes verleiht der Fotokünstler seinen Motiven ungeahnte Ausdruckskraft: ein Zirkel auf Millimeterpapier, eine Schaufel auf Erde oder ein Stück Seife auf einem Handtuch. Goedicke erschafft in jedem Foto eine neue Komposition. Denn für ihn bilden der Untergrund und das Motiv eine Einheit. Ohne den geeigneten Hintergrund schafft es ein Gegenstand nicht in eine Serie.

Volumen und Raum

Seine Aufnahmen macht Goedicke mit einer Plattenkamera, die typisch für die Frühzeit der Fotografie ist. Steigt auf eine Leiter und hält die Kamera immer etwas geneigt. Das Foto gewinnt dadurch Raum. Das Volumen der Gegenstände wird sichtbar. Es entsteht der Eindruck, man könnte ein bisschen unter die Dinge blicken.

Claus Goedicke selbst arrangierte seine Werke im Museum Quadrat. Doch anstatt einfach Reihen zu bilden, entschied sich der Künstler für wolkenartige Anordnungen, die die Reihen durchbrechen. Natürlich ist die Anordnung nicht zufällig gewählt, aber die Geschichten dahinter sind auch nicht festgelegt. Goedicke lädt die Betrachter vielmehr zu Assoziationen ein.

Das Wesen der Dinge

Schon seit jeher beschäftigt sich der gebürtige Kölner mit dem Wesen der Dinge: Was bedeuten sie, in welcher Beziehung stehen sie zum Menschen? Die in Bottrop ausgestellten Fotografien zeigen Dinge aus den Bereichen Nahrung, Kosmetik, Medizin und Werkzeuge.

Die Entscheidungen, was ein geeignetes Motiv sein könnte, ist vollkommen subjektiv. Bei der Paderborner Brotscheibe gefiel ihm der Farbton besonders gut. Der Fisch musste aber ein Hering sein. Die Flöte wurde nur zu für ein Bild interessant, weil sie ein Musiker aus seiner Nachbarschaft selbst gebaut hat. Durch Claus Goedickes Auswahl wird die Vergangenheit der Dinge sichtbar.

Quadrat Bottrop: "Claus Goedicke. Dinge", bis 7.5., Im Stadgarten 20, Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-17 Uhr. Katalog 39,80 Euro. Weitere Infos   .

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