Corona-Ausbruch: Hier wohnen die 7.461 Tönnies-Mitarbeiter

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Dortmund ebenso wie Lünen, Unna und Werne. Holzwickede genauso wie Castrop-Rauxel, Dorsten und Kamen. Vom Corona-Desaster in der Fleischfabrik Tönnies sind Städte praktisch in ganz NRW betroffen.

Dortmund

, 23.06.2020, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unserer Redaktion liegt eine Liste mit den Adressen aller 7.461 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fleischunternehmens Tönnies vor, die nach dem Massenausbruch des Coronavirus im Tönnies-Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück unter Quarantäne gestellt worden waren.

Danach zeigt sich: Die Männer und Frauen leben und wohnen keineswegs nur in unmittelbarer Nähe der betroffenen Fabriken im Kreis Gütersloh und Warendorf, sondern verteilen sich über große Teile Nordrhein-Westfalens.

An die Liste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Adressen waren die Behörden nur unter Überwindung erheblicher Schwierigkeiten gelangt. Diese Liste war, so berichtete Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung in Arnsberg, bereits am Wochenende vom Land über die Bezirksregierungen an die Gesundheitsämter und Ordnungsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte geschickt worden.

Gesundheitsämter sind jetzt gefragt

Die Gesundheitsämter haben nun, so erläuterte Söbbeler, die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die unter Quarantäne stehenden Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Zudem müssen sie überprüfen, ob sie wirklich an den angegebenen Adressen wohnen und zu wem sie ansonsten in den vergangenen Tagen noch intensiven Kontakt hatten.

Im Falle einer Infektion soll man so die Ansteckungswege rasch nachvollziehen können. Dabei achte man besonders auf Kontakte, die Betroffene zu Heimen, Pflegeeinrichtungen und anderen vergleichbaren Orten gehabt haben.

Die Ordnungsbehörden ihrerseits müssen überwachen, dass die Quarantäne auch tatsächlich eingehalten wird. Das scheint auch nötig zu sein, denn die Zahl der Tönnies-Infizierten steigt weiter. Bis Dienstagnachmittag lag sie bei 1.533.

Die Fälle in unserer Region

Die meisten Tönnnies-Mitarbeiter wohnen in Rheda-Wiedenbrück (2.715), Gütersloh (1.285) und Verl. Vereinzelt leben Beschäftigte aber auch in unserer Region, etwa in Castrop-Rauxel (4), Werne (5), Unna (5) und Lünen (4).

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In Dortmund leben nach der uns vorliegenden Liste 12 Tönnies-Beschäftigte, nach Kenntnissen der Stadt sind es sogar 14. Davon seien, so teilte die Stadt mit, drei direkt bei Tönnies angestellt, elf seien für Subunternehmer tätig.

Bisher sei bei keinem dieser Tönnies-Beschäftigten eine Infektion festgestellt worden, die Ergebnisse von einigen dieser Tests stünden aber noch aus, teilte die Stadt mit. Alles in allem, so berichtete Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner, sei die Gefahr, dass es durch Tönnies-Beschäftigte in Dortmund zu einem großen Corona-Ausbruch komme, derzeit als gering einzustufen.

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