Corona in Twente auf Rekordhöhe: Nie zuvor so viele Fälle in 24 Stunden

Coronavirus

Rasend schnell breitet sich der Corona-Virus in der niederländischen Nachbarregion Twente aus. Wie die Tubantia berichtet, wurden am Freitag 163 Neuinfektionen gemeldet. Und ein Todesfall.

Enschede

, 04.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Zahl der Corona-Infizierten in Twente, vor allem in der Ahauser Nachbargemeinde Haaksbergen, sind in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch geschnellt (Symbolfoto).

Die Zahl der Corona-Infizierten in Twente, vor allem in der Ahauser Nachbargemeinde Haaksbergen, sind in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch geschnellt (Symbolfoto). © dpa

Die Infektionszahlen stehen vor einer Rekordhöhe: Für die Region Twente wurden am Freitag 163 Neuinfektionen an den Gesundheitsdienst GGD Twente gemeldet. Das ist laut Tageszeitung Tubantia bei weitem die höchste Zahl seit dem ersten Auftreten des Virus.

Am Samstag kamen weitere 50 neue Fälle hinzu, und auch wurde seit sehr langer Zeit wieder ein Todesfall in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Laut GGD ist das Ende noch nicht in Sicht.

Während die Anzahl der Infektionen in den letzten Wochen bereits zugenommen hat, sind bei GGD Twente in den letzten Tagen Rekordzahlen an positiven Tests eingegangen. Am Donnerstag stieg die Zahl auf 95, am Freitag verdoppelte sie sich fast auf 163. „Das macht Twente zu einem dunklen Fleck auf der nationalen RIVM-Karte, auf der sich die Region seit langem positiv hervorgetan hat“, so die Tubantia.

Zahlen können nicht relativiert werden

Trotzdem ist die Rekordzahl an Neuinfektionen am Freitag nicht zu unterschätzen, sagt Sprecherin Chantal Pegge von der GGD gegenüber der Tageszeitung, die in Enschede erscheint. „Und es kann auch nicht relativiert werden. Es erfolgt keine Verarbeitung alter Nummern oder dergleichen. Es sind nur wirklich neue positive Fälle“.

Darüber hinaus ist in der Region in den letzten Wochen bereits ein weiterer besorgniserregender Trend zu beobachten: Die Anzahl der Infektionen nimmt zu, während die Anzahl der durchgeführten Tests in etwa gleich bleibt. Es ist also keine Frage von „mehr Fällen durch mehr Tests“.

57 Neuinfektionen in Haaksbergen in einer Woche

Auffällig ist der große Unterschied in der Anzahl der Infektionen pro Gemeinde. Nicht nur in absoluten Zahlen – Enschede ist mit 110 positiven Tests pro Woche der höchste – sondern auch relativ.

Beispielsweise sind die Zahlen pro 100.000 Einwohner, die vom RIVM verwendet werden, um die Verteilung des Coronavirus‘ in den Niederlanden anzuzeigen, bei weitem die höchsten in Haaksbergen. In dieser relativ kleinen Gemeinde wurden in einer Woche 57 Einwohner positiv getestet. Relativ viele neue Krankheitsfälle wurden auch in Tubbergen (34 Fälle in 7 Tagen), Losser (36) und Hof van Twente (45) gemeldet.

„Virus ist überall“ – aber nach wie vor eher Jüngere betroffen

Wo die GGD am Donnerstag betonte, dass die Neuinfektionen hauptsächlich im familiären Bereich auftraten – zum Beispiel gab es eine Hochzeit, bei der Dutzende von Menschen infiziert waren – gibt es jetzt eine breite Palette neuer Fälle. „Wir sehen immer noch, dass viele Fälle“ hinter der Haustür „auftreten, aber wir können mit Sicherheit sagen, dass das Virus jetzt überall auftaucht“, sagte Pegge.

Im Alter der Neuinfizierten gab es keine größeren Veränderungen. Es sind immer noch relativ viele junge Leute aus Twente, die sich als positiv herausstellen. Das passt zum nationalen Bild.

GGD: „Es ist das Ergebnis unseres eigenen Verhaltens“

Für diejenigen, die auf einen einmaligen Ausreißer bei der Anzahl neuer Fälle hoffen, hat die GGD eine düstere Ankündigung. „Wir erwarten vorerst einen Aufwärtstrend mit häufigeren Ausreißern. Die Tagesrekorde können auch wieder gebrochen werden.“

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Die GGD hat daher eine nachdrückliche Botschaft an die Einwohner von Twente: „Der aktuelle Trend geht in die falsche Richtung, aber wir können ihn umkehren. Es ist das Ergebnis unseres eigenen Verhaltens. Wir haben das in unseren eigenen Händen. Vermeiden Sie überfüllte Orte und halten Sie sich an die Koronaregeln. „

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