Dunkelziffer-Studie: Drei Mal mehr Infizierte in Österreich als bekannt?

Coronavirus

Österreich will nach Ostern schrittweise seine Corona-Maßnahmen lockern. Eine neue Studie zur Dunkelziffer liefert jedoch alarmierende Fallzahlen.

Wien

10.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will nach Ostern die Corona-Maßnahmen lockern.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will nach Ostern die Corona-Maßnahmen lockern. © picture alliance/dpa

In Österreich sind laut einer Dunkelziffer-Studie deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als die offizielle Statistik ausweist. Im Vergleich zu den Anfang April offiziell als infiziert ausgewiesenen rund 8500 Menschen seien tatsächlich wohl etwa 28.500 Personen betroffen gewesen, teilte das Meinungsforschungsinstitut Sora am Freitag mit. Das entspreche 0,33 Prozent der Bevölkerung. Die Schwankungsbreite sei allerdings erheblich: Es sei von einer Spanne zwischen 10.200 und 67.400 Infizierten auszugehen.

„Der Berg ist höher als gedacht und wir sind definitiv noch nicht auf der sicheren Seite“, sagte Forschungsminister Heinz Faßmann. Die hochgerechnete Infektionsrate weise auf einen noch niedrigen Immunisierungsstatus in der Bevölkerung hin. Wenn es nicht gelinge, Neuinfektionen zu verhindern, drohe schnell wieder ein exponentielles Wachstum bei der Zahl der Fälle, so der Minister.

Für die Studie ließ das Meinungsforschungsinstitut Sora rund 1500 Menschen auf das Virus testen. Es handle sich um einen Mosaikstein bei der Erforschung der Lungenkrankheit Covid-19, sagte Sora-Experte Christoph Hofinger.

Österreich lockert Maßnahmen

Nach Ostern soll in Österreich trotzdem der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen. Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.