Coronavirus als Umsatztreiber: Firma aus Unna profitiert von der Krise

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Während viele Unternehmen Kurzarbeit melden müssen, brummt es an anderer Stelle gehörig. Und so hat eine Firma aus Unna gut zu tun. Sie vertreibt unter anderem Infektionsschutz-Sets.

Unna

, 29.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christopher Thies kann sich noch genau daran erinnern, seit wann sein Unternehmen eine deutlich höhere Nachfrage spürt: „Seit dem 21./22. Januar hat das Geschäft deutlich angezogen. Damals wurde in China die 2000er-Grenze überschritten.“ Thies meint die Infektionen mit dem Coronavirus in der chinesischen Provinz Wuhan.

Plötzlich waren die Produkte besonders begehrt, die auch die Gebrüder Thies GbR aus Unna-Königsborn vermarktet: Arbeitsschutz und Infektionsschutz. Christopher Thies führt die Geschäfte gemeinsam mit seinem Bruder Maximilian.

„In unserem Lager kann man jetzt das Echo hören.“
Geschäftsführer Christopher Thies

Seit Januar ist die Nachfrage immer weiter gestiegen und längst können auch die Gebrüder Thies nicht mehr jeden Auftragswunsch erfüllen. „In unserem Lager kann man jetzt das Echo hören“, beschreibt Christopher Thies die leere Halle mit eindrucksvollen Worten.

Exponentielles Nachfrage-Wachstum

Die Firma aus Unna verkauft unter anderem Infektionsschutz-Sets – so etwas wie ein Rundum-Sorglos-Paket – an Geschäftskunden. „Anfangs haben wir die noch packen können, aber dann mussten auch wir erste Lieferverzögerungen melden“, sagt Christopher Thies.

Und dann nennt er dieses Wort, das derzeit in aller Munde ist. Die Nachfrage sei „exponentiell“ gestiegen – diesen Begriff führt der Duden aktuell noch nicht einmal in seinem sonst reichen Wortschatz. Was Thies meint, ist aber klar: Die Nachfragekurve schoss steil nach oben.

Rettungsdienste und Krankenhäuser sind Kunden

Die Gebrüder Thies beliefern vor allem Rettungsdienste und Krankenhäuser, aber auch Pflegedienste.

Gefragt sind neben Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln auch Einmalhandschuhe, Kittel und Overalls – eben alles, was dem Schutz dient. „Wir führen eine interne Warteliste. Wenn eine Lieferung angekündigt wird, teilen wir das mit und bekommen dann die Bestellungen“, erklärt Christopher Thies.

Das Unternehmen

Stark in der Medizinbranche

  • Die Gebrüder Thies GbR hat ihren Sitz an der Schmelzerstraße in Unna-Königsborn. Geschäftsführer sind Christopher Thies und Maximilian Thies.
  • Das Unternehmen hat sein Hauptgeschäft mit rund 80 bis 90 Prozent in der Medizinbranche.
  • Daneben beliefert es beispielsweise aber auch Gebäudereinigungsfirmen mit Wischern und Reinigungsmitteln. Zudem bieten die Gebrüder Thies allgemeinen Arbeitsschutz an. Beliefert werden nur Geschäftskunden.

Er ist froh, dass die Produktion in China wieder angelaufen ist. „Wir sind quasi 24 Stunden am Tag in Verhandlungen mit Fernost. Es ist aber schwierig, etwas zu bekommen.“ Was geliefert wird, kommt mit dem Zug oder als Luftfracht.

„Der Seeweg ist einfach zu lang“, sagt Thies. Das Problem: Durch die veränderten Frachtkosten steigen die Preise – und das letztlich auch für die Kunden der Unnaer Firma.

Die Gebrüder Thies wären froh, wenn sie jedes mögliche Geschäft auch realisieren können. Mundschutz liefern sie sonst in Chargen ab 200 Stück, zum Teil sind es aber auch Zehntausende. Aktuell wären wohl auch Millionen zu vermarkten.

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