Coronavirus ist in NRW angekommen: Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen

Coronavirus

Das Coronavirus rückt näher. Erst China, dann Italien, jetzt der erste Fall in Nordrhein-Westfalen. Was muss ich jetzt wissen? Wie schütze ich mich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Dortmund

, 27.02.2020, 10:22 Uhr / Lesedauer: 3 min
Ob es sich um eine gewöhnliche Grippe oder um das Coronarvirus handelt, lässt sich nur im Labor feststellen.

Ob es sich um eine gewöhnliche Grippe oder um das Coronarvirus handelt, lässt sich nur im Labor feststellen. © picture alliance/dpa

Das Coronavirus kann eine schwere Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Wie erkenne ich, ob ich mich angesteckt habe? Wie muss ich mich verhalten? Wir beantworten mit Hilfe der Gesundheitsministerien des Bundes und Landes sowie des Robert-Koch-Instituts die wichtigsten Fragen. Das Robert-Koch-Institut in Berlin ist für den Schutz der Bevölkerung vor Infektionskrankheiten zuständig.

? Was sind die Symptome?

Viele Menschen, die sich angesteckt haben, haben nur leichte Erkältungssymptome wie Frösteln und Halsschmerzen ­- oder gar keine. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich.

? Wie kann ich erkennen, ob es eine Grippe oder der Coronavirus ist?

Als Laie ist das praktisch nicht zu unterscheiden, da die Symptome ähnlich sind. Letztlich kann nur eine Laboruntersuchung Klarheit bringen. Wenn ich aber von einer Reise aus einer Region mit Coronavirus-Infizierten zurückkehre oder Kontakt zu solchen Reisenden hatte, sollte ich besonders sensibel sein.

? Was tue ich, wenn ich den Verdacht habe, es könnte mich erwischt haben?

Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person hatten und innerhalb von 14 Tagen Krankheitszeichen wie Fieber oder Atemwegsprobleme entwickeln, sollten ihre Ärztin oder ihren Arzt aufsuchen. Wichtig dabei: Vorher anrufen! Der Besuch in einer Praxis oder einem Krankenhaus sollte angekündigt werden. Und dabei können zugleich Hinweise auf Kontakte und Krankheitszeichen gegeben werden. Es ist nicht ratsam, sich in das Wartezimmer eines Arztes zu setzen, weil dadurch im Falle eines Falles die Krankheit weiter verbreitet werden könnte.

? Was ist die Inkubationszeit? Wie lange dauert es also zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen?

Das ist sehr unterschiedlich. Nach bisherigen Erkenntnissen kann es zwischen zwei und 14 Tagen dauern.

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? Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse zeigen Infizierte in der weit überwiegenden Zahl der Fälle - mehr als 80 Prozent - nur milde Symptome. Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Dabei sind – wie bei einer Grippe – besonders ältere und durch Vorerkrankungen geschwächte Menschen betroffen. Bisher (Stand 25.2.) gab es in diesem Jahr weltweit rund 80.000 Infizierte und 2600 Tote. Zum Vergleich: Auch in einer „ganz normalen“ Grippewelle sterben zum Teil mehr als 20.000 Menschen – allein in Deutschland.

? Warum gilt das Coronavirus im Vergleich zu einem gewöhnlichen Grippevirus als gefährlicher?

Nach derzeitigem Stand der Dinge, so erläuterte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Prof. Lothar H. Wieler am Donnerstag, seien vier Faktoren ausschlaggebend. Erstens: Es ist extrem leicht übertragbar. Zweitens sei die Sterblichkeit bei den tatsächlich Erkrankten nach den bisher vorliegenden Daten deutlich, nämlich bis zu zehnfach höher als bei einem Grippevirus. Man gehe im Moment von einer Sterblichkeitsquote von ein bis zwei Prozent aus. Drittens gebe es aktuell noch keinen Impfstoff und es werde ihn auch dieses Jahr nicht mehr geben. Und viertens habe man noch kein Medikament, um dieses Virus ganz zielgerichtet zu bekämpfen.

? Wie lässt sich das Coronavirus bekämpfen, wenn man erkrankt ist?

Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln etwa und in schweren Fällen mit künstlicher Beatmung.

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? Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung?

Wie bei Grippe und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (etwa ein bis zwei Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch auf das Händeschütteln sollte man verzichten.

? Wie sinnvoll ist es, einen Mundschutz tragen?

Wenn jemand Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen, Niesen aufweist, sollte er einen Mundschutz tragen, um andere nicht anzustecken. Dabei wirkt der Mundschutz nur, wenn er richtig sitzt, also eng anliegt und gewechselt wird, sobald er durchfeuchtet ist. Laut Robert-Koch-Institut gibt es dagegen keine Hinweise darauf, dass sich für eine gesunde Person, die einen Mundschutz trägt, das Risiko verringert, sich selbst anzustecken.

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? Kann ich mich gegen das Coronavirus impfen lassen?

Nein, bisher gibt es keinen Impfstoff.

? Warum müssen Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne?

Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus soll so weit wie möglich verhindert oder zumindest verlangsamt werden. Für Kontaktpersonen legt das Gesundheitsamt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest.

? Wer muss informiert werden, wenn der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus besteht?

Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus hat, muss dies dem Gesundheitsamt melden, und zwar sofort.

? Was ist eigentlich dieses Coronavirus?

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren. Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen Krankheiten. In der Vergangenheit haben schwere, durch Coronaviren verursachte Krankheiten wie SARS oder MERS zu großen Ausbrüchen geführt.

? Wo kann ich mich weiter informieren?

Informationen für Bürger stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.infektionsschutz.de zur Verfügung. Das Land hat ein Bürgertelefon zum Thema geschaltet (hier gibt es keine ärztliche Beratung) unter Tel. (0211) 85 54 77 4. Zudem haben die Krankenkassen Hotlines geschaltet, nicht nur für ihre Versicherten: zum Beispiel die Barmer unter 0800-84 84 111.

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