Coronavirus-Verdachtsfälle in NRW: „Wir sind weit von einer Katastrophe entfernt“

Lungenkrankheit

Bei zwei Patienten aus Siegen hatte es einen Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion gegeben. In einem Fall gab es nun Entwarnung. Dennoch ruft NRW-Minister Laumann zur Wachsamkeit auf.

Siegen

29.01.2020, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Coronavirus-Verdachtsfälle in NRW: „Wir sind weit von einer Katastrophe entfernt“

Forscher in China verpacken Nachweisreagenzien für das neue Coronavirus. Das Virus verbreitet sich inzwischen auch außerhalb Chinas. Drei Verdachtsfälle gibt es inzwischen auch in NRW. © dpa

Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es Entwarnung in einem der beiden gemeldeten Coronavirus-Verdachtsfälle. Das berichtete die WAZ am Mittwochabend.

Zuvor war am Mittwoch ein zweiter Verdachtsfall in Siegen gemeldet worden.

Bereits seit Dienstag befand sich ein Mann auf der Isolierstation im Kreisklinikum in Siegen-Weidenau, wie Kreissprecher Torsten Manges sagte. Ein weiterer Verdachtsfall war im Laufe des Mittwochs ebenfalls in dem für solche Fälle spezialisierten Kreiskrankenhaus eingetroffen und isoliert worden.

Korrektur: Zwischenzeitlich hatte der Kreis von drei Verdachtsfällen gesprochen

Bei beiden Patienten sollte ein Labor in Berlin diagnostizieren, ob tatsächlich eine Infektion mit dem Virus vorliegt. Zwischenzeitlich hatte der Kreis von drei Verdachtsfällen gesprochen, seine Angaben aber später korrigiert: Es habe sich um eine Mehrfachmeldung gehandelt.

Isolierter Patient mit Symptomen aus China zurückgekehrt

Nach Angaben des Kreissprechers war der erste isolierte Patient am Montag aus China zurückgekehrt und mit einschlägigen Symptomen zum Hausarzt gegangen. Der schaltete die Gesundheitsbehörden ein. Diese entschieden, den Mann sicherheitshalber zu isolieren.

Der Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, Christoph Grabe, sagte der „Siegener Zeitung“ am Dienstag, der Mann habe zunächst nur leichte Symptome gezeigt: „Hätte der Mann nicht die Vorgeschichte - den Aufenthalt in China - wäre er wahrscheinlich nicht mal zum Hausarzt gegangen“, so Grabe. In Deutschland gibt es bislang vier bekannte Fälle von Menschen, die mit dem Virus infiziert sind - alle in Bayern.

NRW-Minister Laumann: „Weit von Katastrophe entfernt“

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) rief zur Wachsamkeit auf. „Aber wir sind weit von einer Katastrophe entfernt“, sagte er am Mittwoch. Die Gesundheitsbehörden stuften das Gefährdungspotential insgesamt als gering ein. Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser seien gut aufgestellt und vorbereitet. So seien etwa Medikamente, die die Symptome mildern können, in ausreichendem Maße vorhanden.

Der Minister riet Menschen, die nach einem China-Aufenthalt oder nach Kontakt mit Personen aus der Region Symptome zeigten, nicht in die Arztpraxis zu gehen, sondern eher zum Telefonhörer zu greifen und Rat bei Kliniken oder im Gesundheitsamt zu suchen.

Auch ein Verdacht in Iserlohn bestätigte sich nicht

Bereits am Montag hatte es einen Verdachtsfall in Iserlohn gegeben. Dort war die Feuerwehr am privaten Aufbau-Gymnasium im Einsatz. Ein Schüler des Gymnasiums war in China gewesen und wies offenbar Symptome auf. Dort gab es aber bereits Entwarung.

Bestätigte Fälle gibt es in Deutschland bislang vier. Alle Infizierten kommen aus einem Unternehmen in Bayern mit Kontakten nach China.

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dpa/kar/iri

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