Das A-Team der Kunst

Clooney bei der Berlinale

Sie waren die unbesungenen Helden des Zweiten Weltkrieges: Die "Monuments Men", eine Sondereinheit der Alliierten, konnten fünf Millionen Kunstwerke vor den Nazis retten und den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben. George Clooney hat ihre Geschichte verfilmt und stellt den Streifen am Samstag auf der Berlinale vor.

BERLIN

, 07.02.2014, 19:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
George Clooney (52, rechts im Bild) spielt George Stout.

George Clooney (52, rechts im Bild) spielt George Stout.

In den USA hat "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" allerdings gemischte Kritiken geerntet. "Das A-Team auf der Jagd nach Nazibeute", schrieb die "New York Times" in Anspielung auf eine eher amüsante Action-Helden-Serie. Der Film sei "leichte Unterhaltung, die nicht allzu viel zum Nachdenken zwingt". Die "Washington Post" sah es positiver. Clooney habe einen "altmodischen Film abgeliefert, wie ihn Hollywood leider nicht mehr macht". Unbestritten ist, dass der Film glänzend besetzt ist - mit Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin und Cate Blanchett.

Ganz so blendend sahen die echten "Monuments Men" nicht aus. Ihre Verdienste schmälert das nicht. "Die Kultur des Feindes zu schützen ... so etwas hatte es noch nie gegeben", schrieb US-Autor Robert M. Edsel in seinem spannenden Sachbuch über die Truppe. Das Team um den Kunsthistoriker George Stout - im Film gespielt von Clooney selbst - fand Da Vincis "Dame mit dem Hermelin" ebenso wieder wie den wie den "Genter Altar" von Jan van Eyck.

Kaum noch bekannt ist - die Zeitschrift "Westfalenspiegel hat es für ihre Januar-Ausgabe ausgegraben -, dass George Stout und sein Kollege Walker Hancock auch Kunstschätze unserer Region aus einem Siegener Stollen bargen. Hier waren der Aachener Domschatz, die Goldene Madonna aus Essen sowie die Kunstwerke aus dem Suermondt- und dem Wallraf-Richartz-Museum bombensicher eingelagert. Weniger sicher waren sie vor der SS, die zeitweise wohl mit Abtransport und Sprengung drohte. Die "Monuments Men" konnten alles Ende Mai 1945 unversehrt ans Licht holen. Von den "Monuments Men" lebt nur noch ein einziger. Harry Ettlinger, Jahrgang 1926, war mit 19 Jahren zu der Experten-Truppe gestoßen. Er wird zur Berlinale-Premiere erwartet.  

 

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