Das Museum Ostwall im Dortmunder U wird luftiger

Museum Ostwall

Die Etagen Vier und Fünf des Dortmunder U-Turms werden aufwendig umgebaut. Anfang Dezember ist die Wiedereröffnung geplant. Wir haben gefragt, welche Arbeiten anstehen.

Dortmund

, 12.04.2019 / Lesedauer: 4 min
Das Museum Ostwall im Dortmunder U wird luftiger

Nicole Grothe ist Kuratorin und Leiterin der Sammlung des Museum Ostwall. Sie plant aktuell die Gestaltung der kommenden Ausstellung „Body and Soul.“ © Alina Meyer

Das Dortmunder Museum Ostwall zeigt sich momentan nicht gerade von seiner schönsten Seite. Auf den Etagen U 4 und U 5 geht es gerade zu wie kurz vor einem Umzug. Noch bis Anfang Dezember bleibt das Museum für die Besucher geschlossen. Der Grund: Es wird aufwendig umgebaut und soll nach Abschluss der Arbeiten eine neue Leitlinie verfolgen. Sie wird die persönliche Handschrift von Museumsdirektor Edwin Jacobs tragen.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U wird luftiger

Viele der Museumswände wie hier die grüne Wand, an der zuvor die Werke expressionistischer Künstler hangen, sind nun völlig kahl. © Alina Meyer

Wo einst expressionistische Werke wie der „Männerkopf“ von Erich Heckel oder „Junge Rappen“ von Emil Nolde von den Wänden blickten, finden sich nun kahle Museumswände. Wertvolle Kunstwerke sind längst in klobigen gelben Klimakoffern oder in Pappkartons verstaut. Sie werden vorübergehend in dem niederländischen Museum Singer Laren ausgestellt.

Anfang Mai wird getauscht. Dann wird die Ausstellung „Ein Gefühl von Sommer“, die sich momentan im Singer Laren Museum befindet, ins Museum Ostwall geholt. In der Zwischenzeit und auch in der Zeit danach ist im Dortmunder U einiges zu tun: Direktor Jacobs wird auf Wunsch der Besucher drei Aspekte verbessern:

  • Großzügigere Räume
  • Weniger Wände
  • Leichtere Orientierung

„Schon als Edwin Jacobs 2017 die Leitung übernommen hat, stellte sich heraus, dass die Architektur hier im Museum zu eng und kleinteilig ist“, sagt Nicole Grothe, Kuratorin und Leiterin der Sammlung. Das habe vor allem daran gelegen, dass sich ein Großteil der Ausstellung mit dem Fluxus beschäftigt hat, wo viele kleine Objekte im Fokus standen, die in großen Räumen verloren gegangen wären.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U wird luftiger

In diesen sogenannten Klimakoffern werden die Kunstwerke verstaut und in ein anderes Museum transportiert. © Alina Meyer

„Wir haben schon 2017 angefangen, Wände einzureißen, um größere Räume zu bekommen. Das wollen wir nun weiter fortführen.“ Zudem soll der Terrazzo-Steinboden behandelt werden. Wegen der herausgerissenen Wände ist der Fußboden zum Teil farblich unterschiedlich. Grothe: „Wir haben so einige Geburtsfehler entdeckt, die wir jetzt alle am Stück beheben wollen. Deshalb bleibt das Museum auch so lange geschlossen.“

Der Eingang wird mittig auf der Etage sein

Eine direkt sichtbare Veränderung wird der Eingang sein. Er soll sich nicht mehr links am Gang, sondern mittig am Aufzug befinden, wie es sich bei den anderen Etagen im Dortmunder U auch verhält. „Wir wollen am Eingang auch deutlich machen, dass es hier ein tolles Museum zu entdecken gibt, vielleicht mit Reproduktionen an den Glaswänden“, sagt die 46-jährige Sammlungsleiterin. Auch die sieben Balkone im Treppenhaus sollen mit Installationen bestückt werden.

Das Museum Ostwall im Dortmunder U wird luftiger

Auf dieser Fläche auf der vierten Etage, direkt hinter dem ursprünglichen Eingang wird das neue Flux Inn entstehen. Das soll ein gemütlicher Ort werden, an dem die Besucher kreativ sein können. © Alina Meyer

Highlight auf der Etage U 4 soll das sogenannten „Flux Inn“ werden. „Das ist ein Ort, den wir gemütlich einrichten wollen mit Tischen, Bänken und Hängematten“, sagt Grothe. Der Raum soll eine Leseecke werden oder auch ein Arbeitsplatz, an dem die Besucher mit den Kunstwerken interagieren können. Das Team könnte sich auch vorstellen, regelmäßig an einem der Tische zu arbeiten, sodass die Besucher ihm über die Schulter schauen dürfen.

Schulklassen können im Kunstaktionsraum kreativ sein

Auf der oberen Etage, der U 5, soll der bisherige Kunstaktionsraum vergrößert werden, sodass dort eine ganze Schulklasse oder auch Kita-Gruppe Platz finden kann.

Eine Besonderheit auf der U 5, auch für die jüngeren Besucher, soll eine Videoinstallation mit Bildschirmen werden. Auf einem Bildschirm wird ein Video des Künstlers Bill Seaman mit einer tanzenden Figur zu sehen sein. Der Besucher kann die Bewegungen dieser Figur auf dem Bildschirm durch seine eigenen Bewegungen steuern.

Die Arbeiten werden gemeinsam mit dem Grafikdesignbüro Soda ausgeführt. Wie die Stadt Dortmund mitteilte, werden die Kosten für den Umbau gerade von der Verwaltung errechnet und nach der Osterpause im Mai dem Kulturausschuss vorgelegt.

Verschiedene Kunstrichtungen sollen gemeinsam gezeigt werden

Nach dem Umbau wird die Dauerausstellung „Body and Soul“ (deutsch: Körper und Seele) völlig neu organisiert sein. Dann sollen verschiedene Kunstrichtungen, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, gemeinsam präsentiert werden. Das werden Themen sein wie Anatomie, Essen, Schlafen oder auch Bewegung. Grothe: „Unsere Besucher erleben die Werke dadurch in einem völlig neuen Kontext.“

Info: Die Ausstellung „Ein Gefühl von Sommer“ wird am Freitag, 10. Mai, um 18.30 Uhr auf der Etage Sechs im Dortmunder U-Turm eröffnet und ist dann vom 11. Mai bis 25. August zu sehen.

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