Datteln: 45-Jähriger tötet Nachbarin und zündet sie in seiner Wohnung an

hzLandgericht Bochum

Ein dramatischer Fall aus Datteln beschäftigt das Landgericht Bochum. Ein 45-Jähriger hatte im Oktober 2019 seine 33-Jährige Nachbarin erwürgt und angezündet. Der Mann litt unter einer Psychose.

Datteln

, 11.02.2020, 08:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Monate nach dem Fund einer Frauenleiche bei einem Wohnungsbrand in Datteln hat die Bochumer Staatsanwaltschaft jetzt ein Sicherungsverfahren gegen einen tatverdächtigen Hausbewohner beantragt.

Der 45-Jährige soll eine Nachbarin (33) bei einem Streit zu Tode gewürgt, die Leiche mit flüssigen Brandbeschleunigern übergossen und dann angezündet haben. Dem psychisch kranken Beschuldigten droht die zeitlich unbefristete Zwangseinweisung in die geschlossene Straftäter-Psychiatrie. Die Vorwürfe lauten auf Totschlag und schwere Brandstiftung.

Nachbarn hatten die Polizei alarmiert

Es war der 14. Oktober 2019, als sich innerhalb weniger Stunden die Ereignisse überschlagen hatten: Gegen Mittag war zuerst die Polizei an dem Wohnhaus in Datteln eingetroffen. Anwohner hatten gegen 12.30 Uhr einen lautstarken Streit zwischen Nachbarn aus dem Wohnhaus gemeldet.

Kurz nach dem Eintreffen vor Ort hatten die Polizeibeamten dann festgestellt, dass aus der Dachgeschosswohnung des Wohnhauses dichter Rauch drang.

Als kurz danach die Feuerwehr erschienen war und sich Zugang zu der Brandwohnung verschafft hatte, hatten die Rettungskräfte eine am Boden liegende, tote Frau vorgefunden. Später entdeckten die Feuerwehrkräfte auf dem Balkon der Nachbarwohnung eine noch lebende Person: den angeklagten Nachbarn.

Nach Angaben von Landgerichtssprecher Michael Rehaag hat die Staatsanwaltschaft in der nun erhobenen Antragsschrift folgenden Tatablauf rekonstruiert: Nachdem der 45-jährige Beschuldigte auf seine Nachbarin getroffen und mit ihr heftig in Streit geraten war, soll der Dattelner die Frau körperlich angegriffen, mit den Händen am Hals gepackt, sie gewürgt und letztlich so erstickt haben.

Dann soll der 45-Jährige die Frauenleiche in seiner eigenen Wohnung auf dem Boden abgelegt und „mit Gegenständen überschüttet“ haben. Unter Zuhilfenahme von Verdünnung und Lack als Brandbeschleuniger soll der Frauenleichnam dann in Brand geraten sein.

Mann ist mit Psychose in einer geschlossenen Einrichtung

Die Staatsanwaltschaft hat den an einer paranoid-halluzinatorischen Psychose erkrankten Dattelner von vorneherein als schuldunfähig eingestuft. Nach seiner Festnahme am Brandtag und der anschließend notwendigen ärztlichen Versorgung ist der Beschuldigte aktuell bereits vorläufig in einer geschlossenen Psychiatrie-Einrichtung untergebracht.

Das Bochumer Schwurgericht wird in einem wohl spätestens Mitte April beginnenden Sicherungsverfahren prüfen, ob der Dattelner mit Blick auf die Geschehnisse als unberechenbar und eine Gefahr für die Allgemeinheit einzustufen ist. Eine klassische Bestrafung des psychisch kranken Mannes ist von vorneherein ausgeschlossen.

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