„Der futurologische Kongress“ ist eine Schreckensvision

Theater Oberhausen

Nach Dortmund zeigt jetzt Oberhausen Lems „Futurologischen Kongress“.

Oberhausen

, 05.02.2018 / Lesedauer: 2 min
„Der futurologische Kongress“ ist eine Schreckensvision

Lems „Futurologischer Kongress“ spielt in Oberhausen in einer verschneiten Ruine. Foto: Karwasz

„Viele Bilder kann man mit den Mitteln des Theaters gar nicht umsetzen, da wäre der Film mit Computersimulationen geeigneter“, schreibt Tomas Schweigen im Programmflyer des Theaters Oberhausen über Stanislaw Lems Roman „Der futurologische Kongress“.

Damit liefert der künstlerische Leiter des Schauspielhauses Wien auch ein Plädoyer für die Dortmunder Umsetzung des Science-fiction-Klassikers als Live-Animations-Performance.


Surreale Szenerie



Er selbst macht es in Oberhausen jedoch ganz traditionell mit Schauspielern, erfindet dabei aber mit Bühnenbildner Stephan Weber faszinierend surreale Bildwelten.

Anspielend auf den Klimawandel, lassen sie die Schreckensvision einer von Chemiekonzernen narkotisierten Gesellschaft in einem verschneiten ruinenhaften Gemäuer spielen.

Die Geräuschkulisse unterstreicht Weltuntergangsstimmung. Raumfahrer Ijon Tichy, aus dessen Perspektive der Roman geschrieben ist, und die weiteren Personen werden von den Schauspielern Christian Bayer, Ayana Goldstein, Elisabeth Hoppe, Mervan Ürkmez und Klaus Zwick zum Leben erweckt.


Benebelt von Halluzinogenen


So wie die Theaterfiguren oft zweifeln, ob sie wirklich sie selbst sind oder sich, benebelt von Halluzinogenen, in einer Scheinwelt befinden, ergeht es auch den Zuschauern. Die müssen zudem rätseln, ob sie unterschiedliche Personen oder den mehrfach aufgesplitteten Tichy sehen.

Vor allem, wenn auf der Bühne nur noch Gestalten in engen orangenen Ganzkörperanzügen stehen, die abwechselnd aus dem Jahr 2039 berichten. Die Inszenierung berührt durch die starken Einzelleistungen der fünf Schauspieler. Großer Beifall.

Termine: 7. / 14.2., 4./11.3.; Karten: Tel. (0208) 8578184. Bei Vorlage der Oberhausener Eintrittskarte erhalten Besucher des „Futurologischen Kongresses“ am Schauspiel Dortmund (23.2. und 24.3.) 50 Prozent Rabatt und umgekehrt.