Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der unerwartete Triumph

SCHWERTE Die Sensation ist geschafft - so titelten die Ruhr Nachrichten vor zehn Jahren. Schwerte war am 1. Februar 1998 völlig überraschend Deutscher Pokalsieger im Frauen-Volleyball geworden. Damit hatten selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet.

von Von Jörg Krause

, 01.02.2008

Der Volleyball Club Schwerte, damals nach dem Hauptsponsor in VEW Telnet Schwerte umbenannt, war als klarer Außenseiter zur Endrunde der besten vier Teams nach Schwerin gefahren. Zurück in die Ruhrstadt kamen sie mit der Pokal-Trophäe des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) - 18 Jahre nach dem letzten Triumph.

Mit lockeren Siegen in die Endrunde

Eingezogen in die Endrunde des DVV-Pokals waren die von Michael "Mike" Schöps trainierten Schwerterinnen durch einen lockeren 3:0 (15:3, 15:3, 15:8)-Erfolg beim Regionalligisten Adler Kiel in der ersten Hauptrunde und einen ungefährdeten 3:1 (15:6, 15:13, 7:15, 15:4)-Sieg über den Ligakonkurrenten TV Fischbek aus Hamburg.

Zwar war die Ausgangsposition günstig, denn mit dem Titelverteidiger USC Münster (1:3 in Karbach) und der CJD Berlin (2:3 gegen Leverkusen) hatten zwei Topteams die Endrunde überraschend verpasst. Aber dennoch rechnete mit Schwerte niemand. Schließlich standen mit der DJK Karbach, Bayer Leverkusen und vor allem Gastgeber Schweriner SC drei Teams aus den ersten Fünf der Bundesliga in der Endrunde. Die Schwerterinnen hingegen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in einer sportlichen Krise, kämpften ums Überleben im Volleyball-Oberhaus.

Halbfinale: 3:0-Sieg gegen Leverkusen

Im Halbfinale am Samstag war zunächst der Tabellendritte Bayer Leverkusen der Gegner im Sport- und Kongresscenter Schwerin. Doch Leverkusen blieb gegen eine glänzend aufspielende Schwerter Mannschaft letztlich ohne Chance. In 77 Minuten gewannen die Ruhrstädterinnen mit 3:0 (15:11, 15:12, 15:5) und ließen mächtig aufhorchen. Aus einer geschlossenen Teamleistung ragte Spielführerin Ines Pianka, Deutschlands beste Zuspielerin ihrer Zeit, heraus.

2000 Zuschauer sahen einen Tag später das Endspiel, für das sich der Schweriner SC durch einen 3:0-Sieg über Karbach qualifiziert hatte. Das ZDF sendete eine Zusammenfassung des Spiels.

Die Gastgeberinnen waren der klare Favorit und schienen ihrer Rolle auch gerecht zu werden. 15:10 hatte Schwerin den ersten Satz gewonnen. Zwar konnte das Team um Michael Schöps und Co-Trainer Dirk Groß den zweiten Durchgang mit 15:12 holen, aber im dritten wurden sie mit 7:15 überrollt.

Das Team zeigte unbändigen Kampfgeist

Aber dann zeigte Schwerin plötzlich Nerven und Schwerte einen unbändigen Kampfgeist. Der große Favorit wurde in den fünften Satz gezwungen. Und im Tiebreak war die Schöps-Truppe dann nicht mehr zu halten - 15:6 hieß es am Ende. Meika Wagner machte schließlich nach 107 Minuten den vierten Pokalsieg nach 1977, 78 und 80 perfekt.

Neben Pianka und Wagner gehörten Katarina Rimovska, Virag Domokos, Verena Veh, Johanna Reinink, Silke Jaeger, Julia Schlecht und Katrin Voss zum Schwerter Siegerteam.

Die Sensation war geschafft. Den Schampus musste sich der frisch gebackene Pokalsieger dagegen ausleihen. "Den Sekt hatten andere dabei. Wir hatten kein Siegergetränk dabei", sagte Trainer Schöps. Im Gepäck hatten sie dafür aber dann die Pokal-Trophäe.

Eine Sonderseite zum Pokalsieg 1998 mit mehr Texten und Bildern finden Sie am Samstag in den Ruhr Nachrichten.

Lesen Sie jetzt