Deutschland trägt Maske: Warum fassen wir uns eigentlich dauernd ins Gesicht?

Coronavirus

In ganz Deutschland gilt seit kurzem eine Maskenpflicht, um die Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Beim Tragen gibt es einiges zu beachten, etwa sich nicht zu häufig ins Gesicht zu fassen.

NRW

28.04.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Masken sollten nach dem Tragen sofort bei mindestens 60 Grad gewaschen werden und danach vollständig trocknen.

Die Masken sollten nach dem Tragen sofort bei mindestens 60 Grad gewaschen werden und danach vollständig trocknen. © picture alliance/dpa

In allen Bundesländern gilt seit spätestens Anfang dieser Woche eine Maskenpflicht. Das heißt konkret: In Geschäften oder den öffentlichen Verkehrsmitteln muss nun jeder eine Maske oder ein Tuch vor Mund und Nase tragen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Es ist ganz wichtig, dass Sie die Maske richtig tragen“, betonte am Dienstag auch noch einmal RKI-Präsident Lothar Wieler. Doch was ist beim Auf- und Absetzen der Maske zu beachten?

Anfassen der Maske an öffentlichen Orten vermeiden

Dass Einmalmasken in der Regel sofort zu entsorgen sind und Stoffmasken direkt nach dem Tragen in der 60-Grad-Wäsche sterilisiert werden sollten, wurde bereits mehrfach betont. Doch auch beim Auf- und Absetzen der Masken vor und nach einem Besuch von öffentlichen Orten müssen wichtige Hygieneregeln eingehalten werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät, sich vor dem Anziehen die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Die Maske muss Nase und Mund bis zum Kinn bedecken und dicht über den Wangen abschließen.

Da die Außenseite der Maske voll mit Erregern sein könnte, sollte man das Anfassen eben dort vermeiden. Ist die Maske durchfeuchtet, sollte sie umgehend abgenommen und durch eine andere ersetzt werden.

Bis zur Wäsche in einem luftdichten Beutel aufbewahren

Beim Abnehmen ist darauf zu achten, die Hände danach 20 bis 30 Sekunden mit Seife zu waschen. Die getragene Maske entweder direkt, idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad waschen oder bis zur Wäsche in einem luftdichten Beutel aufbewahren.

Auch beim Tragen der Maske, sollte der von der WHO empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden.

Die sogenannten Community-Masken kann man entweder selber nähen oder käuflich erwerben. Wichtig bei der Entsorgung von Einmal-Masken: Da alle Arten von Masken mit Keimen und Viren belastet sind oder sein können, gehören diese in den Restmüll, mahnt der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

Wenn die Brille beschlägt

Besonders für Brillenträger kann die neue Maskenpflicht problematisch werden, wenn die Brille beim Tragen beschlägt. Dies lässt sich allerdings vermeiden.

Damit die Brille nicht so schnell beschlägt, ist der richtige Sitz entscheidend. Die Brille muss optimal auf Nase und Ohren sitzen. Außerdem ist zu beachten, dass die Brille sauber ist, denn eine saubere Brille beschlägt weniger als eine verschmutzte.

Damit die Atemluft nicht unter die Brille strömt, sollte die Maske so eng wie möglich am Gesicht sitzen. Mit einem eingenähten Nasen-Bügel kann die Maske besser an die Nasenform angepasst werden. Alternativ kann die Brille selbst auch als Bügelersatz dienen: Dafür die Maske unter der Brille tragen und sie so fixieren.

Das Gesicht anzufassen hilft, Stress zu regulieren

Um sich und andere zu schützen, gilt es besonders eine Gewohnheit zu vermeiden: Wir fassen uns ständig ins Gesicht und übertragen damit möglicherweise die Coronaviren. Aber warum machen wir das eigentlich?

Gerade in Stresssituationen fassen wir uns oft unbewusst ständig ins Gesicht, das haben Forscher der Universität Leipzig in einer Studie herausgefunden. In den Experimenten wurde die Hirnaktivität der Probandinnen und Probanden von dem Team um den Psychologen Martin Grunwald gemessen.

Das Ergebnis: Die Hirnströme sind unmittelbar vor der Berührung gesunken. Das bedeutet eine Überlastung des Arbeitsspeichers und führt zu einer erhöhten emotionalen Belastung. Sobald die Probanden ihr Gesicht berührt hatten, stiegen die Werte wieder an. Das ins Gesicht fassen hilft uns folglich, kognitive Veränderungen und Stress zu regulieren.

RND

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