Die Kunstmesse "Contemporary Art Ruhr" ist eröffnet

Zeche Zollverein Essen

In außergewöhnlicher Industrie-Kulisse eröffnete gestern die Medienkunstmesse "Contemporary Art Ruhr" (C.A.R.) in Essen. Rund 100 regionale und internationale Künstler zeigen auf fünf Etagen im Innern der Mischanlage der Zeche Zollverein Arbeiten aus den Bereichen Video, Fotografie, Installation, Performance sowie Klang- und Lichkunst.

ESSEN

, 12.05.2017, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Grafiken und einer Videoinstallation abstrahierte André Chi Sing Yuen Motive aus Pornofilmen.

In Grafiken und einer Videoinstallation abstrahierte André Chi Sing Yuen Motive aus Pornofilmen.

Unter den riesigen Betontrichtern im ersten Obergeschoss zeigt der Dortmunder Künstler André Chi Sing Yuen die Arbeit „Engelkadaver“.

Grafiken zeigen stark abstrahierte Akte und Geschlechtsteile

Er hat das Gedicht „Eros Ionen“, das Frank Schablewski aus Düsseldorf 2003 verfasst hat, in zehn Grafiken interpretiert und die zehn Zeichnungen um eine Videoinstallation gruppiert. „Virtuelle Neupoesie“, bezeichnet das der Künstler. Die Grafiken zeigen Akte aus Pornofilmen und Geschlechtsteile – bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert.

Die Essenerin Josefine Scheuer zeigt im Rollenlager großformatige Fotografien. Sie wirken von Weitem wie unreine Haut. Geht man allerdings näher ran, verschwimmt der Eindruck. Der Betrachter soll sich laut Scheuer die Frage stellen, ob es überhaupt Haut ist.

Besucher produzieren Bilder und Klänge in Eigenregie

Hat man die vielen Treppenstufen des Industriebaus hinauf zur Verteilerebene geschafft, wird man selbst zum Künstler. Studierende der Folkwang Universität Essen haben für drei Computer interaktive Programme (Foto) entwickelt, mit denen die Besucher mit Reglern und Knöpfen Klänge und Bilder produzieren.

Im Treppenhaus installiert das 3D-Druckzentrum Ruhr aus Essen die Videoinstallation „Spookymental“ eines anonymen Künstlers. Sie ist auf die Oberflächen abgestimmt und will das Verhältnis der Menschen zur Technologie in Frage stellen.

Der Messestand wird zum Souvenierladen

Anna Berndtson von der Galerie Kunstkomplex in Wuppertal hat ihren Messestand in einen Souvenirladen verwandelt. Damit macht sie auf die grenzenlose Konsumgesellschaft und den exzessiven Warenkauf aufmerksam.

Um möglichst viele der C.A.R.-Arbeiten von Künstlern, Galerien, Projekten und Kunsthochschulen aus Deutschland, den Niederlanden, Rumänien und Belgien zu sehen, sollte man sich Zeit nehmen.

Zeche Zollverein Essen, Mischanlage: , bis 14.5., Kokereiallee 71, Öffnungszeiten: 11-19 Uhr, Eintritt: 8 Euro, Katalog: 8 Euro.

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