Die Niederlande trauern um 1039 Corona-Tote

hzCoronavirus

Die Anzahl der Menschen, die nach einer Infektion mit dem Covid-19-Virus in den Niederlanden verstorben sind, hat sich drastisch erhöht. Die Behörden sprechen von bislang 1039 Toten.

Enschede (NL)

, 31.03.2020, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anzahl der Todesfälle in Folge einer Corona-Erkrankung in den Niederlanden hat sich seit dem 27. März mehr als verdoppelt. 1039 Tote meldet das Nationale Institut für Gesundheit der Niederlande (RIVM) mit Stichtag 31. März. Insgesamt liegt die Zahl der positiv getesteten Menschen in den Niederlanden bei 12.595.

Viele Ältere betroffen

4712 Personen sind so schwer erkrankt, dass sie in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Vor allem die Älteren trifft das Corona-Virus hart.

Etwa die Hälfte der Patienten im Krankenhaus ist 71 Jahre alt und älter. Unter den Verstorbenen sind etwa 50 Prozent 81 Jahre und älter.

In einer Pressekonferenz am Montag in Münster wurde bekannt, dass die Sterblichkeit durch eine Coronainfektion in den Niederlanden aktuell (Montagmorgen) bei 7,1 Prozent liegt, dieses bei 10.930 Fällen. In Deutschland beträgt die Sterblichkeit 0,9 Prozent.

Dramatischer Anstieg

Die meisten mit Covid-19 infizierten Personen (3412) leben aktuell in Nord-Brabant. Danach folgen Südholland (1949) und Nordholland (1845).

In der Grenzregion zum Nachbarland Deutschland sind die Zahlen der Infektionen inzwischen zum Teil ebenfalls dramatisch angestiegen.

Anstieg um fast zwölf Prozent

In der Provinz Drenthe sind 126 Personen mit Covid-19 infiziert, das sind neun mehr als am Vortag.

In Gelderland sind 1475 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das ist ein Anstieg um 11,7 Prozent oder 98 Menschen im Vergleich 30. März.

55 Infizierte in Enschede

In der Provinz Overijssel sind 698 Personen mit Covid-19 infiziert, das sind 41 mehr als am Vortag. Für die Region Twente gibt es Meldungen vom Montag, die ortsscharfe Zahlen für die Grenzstädte nennen.

Jetzt lesen

In Enschede waren demzufolge 55 Personen infiziert, in Hengelo waren es 40 Personen. Haaksbergen meldete 10 Infizierte, Losser 3, Boorne 21 positiv Getestete und die Gemeinde Dinkelland 34. In der Gemeinde Berkelland waren 5 infizierte Personen registriert worden, in Winterswijk waren es 4.

Fusionspläne in Winterswijk

In diesen Zeiten sorgt ein Vorschlag aus dem Krankenhaus in Winterswijk in den Niederlanden für Diskussionen. Wie die Zeitung Tubantia berichtet, hat Rolf de Folter, neuer Vorstandsvorsitzender der Betreibergesellschaft Santiz, vorgeschlagen, die Betreuung von Coronapatienten vorerst aussetzen.

Jetzt lesen

Und das, obwohl das SKB für die Aufnahme von Corona-Erkrankten bereit ist. Die Fachärzte des Krankenhauses brachten Rolf de Folter schließlich dazu, seine Meinung zu ändern.

Dreizehn Corona-Plätze vorhanden

Die Standardanzahl der Betten auf der Intensivstation wurde von 4 auf 5 erhöht. Zusätzlich wurden acht weitere Plätze für Corona-Patienten eingerichtet, so dass nun insgesamt 13 Betten speziell für diesen Zweck zur Verfügung stehen.

Schon längere Zeit sei geplant, das SKB Winterswijk mit dem Slingeland-Krankenhaus in Doetinchem zu fusionieren, berichtet die Tubantia.

Die Aussage, dass Corona-Patienten ausschließlich im Slingeland-Krankenhaus in Doetinchem betreut werden sollen, verstärkt den Eindruck, dass das SKB in Winterswijk bei der Fusion schlecht abschneiden könnte.

Fusionsprobleme unangemessen

Durch die Corona-Krise waren die Fusionsvorbereitungen in letzter Zeit in den Hintergrund getreten. Hinter den Kulissen wird die Fusion der beiden Krankenhäuser jedoch weiter vorangetrieben. „Wir halten es für unangemessen, über Fusionsprobleme in dieser Corona-Krise zu sprechen“, sagte Hendrik Jan Mensink von der SKB Preservation Foundation.

Die Tubantia zitiert die Sprecherin der Santiz-Betreibergesellschaft, Saskia Steenbergen, so: „Wir kümmern uns gut um Corona-Patienten im SKB, sowohl in der Abteilung als auch im IC, und dies hat jetzt oberste Priorität.“

Lesen Sie jetzt

In den Niederlanden ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus weiter gestiegen. Allein in den letzten 24 Stunden stieg die Zahl um 61. 382 Menschen sind aktuell mit dem Virus infiziert. Vier Menschen Von Bernd Schlusemann

Lesen Sie jetzt