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Boogie-Woogie ist noch lange nicht tot

DORSTEN Für Furore sorgte Boogie-Woogie-König Axel Zwingenberger am Freitagabend mit seinem Auftritt im Dorstener Petrinum.

von Von Ralf Pieper

, 10.02.2008
Boogie-Woogie ist noch lange nicht tot

Gelbe Schnabelschuhe, stampfender Sound: Axel Zwingenberg machte dem Boogie-Woogie bei seinem Auftritt in Dorsten alle Ehre.

Ein rollender Bassrhythmus, listige Oktavwechsel bei atemberaubenden Geschwindigkeiten und munter stampfende gelbe Schnabelschuhe: Das sind die Zutaten beim Boogie-Woogie Abend mit Axel Zwingenberger in der Aula des Petrinum. Eine Bühne, ein Mann am Fügel, und „die heißeste Musik, die je für das Klavier erfunden wurde“, wie Axel Zwingenberger selbst den Boogie-Woogie beschreibt. Die Fans reisten aus dem ganzen Ruhrgebiet nach Dorsten um den Hamburger Pianisten als König des Boogie über die Tasten fegen zu sehen. Axel Zwingenberger spielt diese Musik mit jener Intensität, die einen glauben ließ, man säße nicht in der Aula eines Gymnasiums, sondern in einer Boogie-Kaschemme im Chicago der zwanziger Jahre.

Rollender Grundrhythmus

Die rechte Hand des Pianisten improvisiert, interpretiert und riskiert, während die linke Hand unerbittlich und beinhart den rollenden Grundrhythmus des Boogie in den Raum stellt. Mit seiner Mischung aus Eigenkompositionen und Klassikern malte Axel Zwingenberger Bilder von Dampfzügen, die Nachts einen steilen Berg hochkriechen oder interpretiert im „Madhattan Boogie“ die Hektik New Yorks. Die Musik klang nicht nur professionell und routiniert  - sie lebte! Der Hamburger steigerte immer mehr die Rhythmik und Dynamik, und dann hatte es auch das anfangs eher verhaltene Publikum gepackt. Die Fans johlten und applaudierten vor Begeisterung und stampften den Rhythmus des „Axel-Boogie“.

Ein wenig schmachtender Blues und ein Feuerwerk an „Boogie-Woogie“, dem keiner widerstehen konnte. Axel Zwingenberger spielte zum Schluss hin immer enthemmter, mit immer mehr Spontananteilen in den Stücken und hatte sein Publikum fest im Griff. Ein Abend, der zeigte, dass der Boogie-Woogie auch heute noch lebt und keine miefige Musik fürs Museum ist. 

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