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Frauenkulturtage sind eröffnet

DORSTEN "Guten Abend meine vielen Damen und wenigen Herren." Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Lambert Lütkenhorst das Publikum zur offiziellen Eröffnung der 23. Dorstener Frauenkulturtage in der Aula des Gymnasiums Petrinum.

von Von Ralf Pieper

, 29.02.2008
Frauenkulturtage sind eröffnet

<p>Bissig und pointenreich: Andrea Nicke und Heike Kortenkamp in Aktion. Pieper</p>

Die Kulturtage wollen dazu ermutigen, eigene Wünsche und Ideen der Frauen vom Kopf auf die Füße zu stellen und den Schritt auf die Überholspur zu wagen. Denn wie Francois Truffaut schon sagte: "Man kann niemanden überholen, in dessen Fußstapfen man tritt."

Darum wurde auch der ehemalige Streitfeiertag als Eröffnungstag der Frauenkulturtage gewählt: An diesem Tag verteidigten einst streitbare Frauen die Stadt Dorsten vor angreifenden Horden.

Ein hochklassiges Programm wurde den zahlreichen Zuschauerinnnen und etwa zehn männlichen Zuschauern zur Eröffnung geboten: das Recklinghäuser Duo "Die Protoplasten" führten ihr Stück "Boxenluder - wie man Peter Hartz auf der Kriechspur überholt" auf. Mal urkomisch, mal scharf analytisch beschrieben Andrea Nicke und Heike Kortenkamp den grauen Arbeits(losen)alltag in einem Stück das irgendwo zwischen Theater, Kabarett und Lesung verankert ist.

Zahllose Absurditäten

Zwei ehemalige Sekretärinnen starten nach ihrer Entlassung eine "Arbeit WAR unser Leben"-Show und decken dabei zahllose Absurditäten auf. Es wird der Manager beschrieben, der alles im Leben erreicht hat, Frau und Kinder, Reichtum und Macht, sich nach dem Sinn all dessen fragt und daraufhin gelangweilt am frühen Morgen seine Familie und sein Leben im Wohlstand zurücklässt.

Die Sekretärin klammert sich Bürotag für Bürotag an ihren Träumen über ein besseres, aufregenderes Leben fest: "Ich werde traurig, wenn ich aufhöre zu träumen." Der Arbeitslose wird zur Arbeitsvermittlungsagentur geschickt, die selbst eine ABM-Maßnahme für Arbeitslose ist.

"Die Protoplasten" stellten dem System Geld und Arbeit ihr System Produktiver Müßiggang gegenüber. Radikal vergleichen sie das (Arbeits)leben mit dem Fahren auf einer Rennstrecke: "Wir drehen hirnlos unsere Runden, unter Einsatz unseres Lebens und kommen immer wieder am gleichen Punkt an." An diesem Abend wurde Kabarett zum Mitdenken geboten.

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