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Gibt´s ein Leben ohne Beben?

ALTENDORF-ULFKOTTE Könnte der Bergbau ein Erdbeben wie im Saarland auch bei uns auslösen? "Die Antwort ist ein ganz klares Nein!“, verweist Friedrich Breinig darauf, dass sich die Verhältnisse an Saar und Lippe nicht vergleichen ließen

von Von Klaus-Dieter Krause

, 25.02.2008
Gibt´s ein Leben ohne Beben?

Auch die jüngsten Altendorfer gingenm letzten Freitag gegen den Bergbau auf die Straße.

Das liege, so der Leiter des Bergwerks Lippe, besonders an den grundverschiedenen geologischen Voraussetzungen: „Der harte Sandsteinboden an der Saar speichert in seinen festen Gesteinsschichten eine enorme Spannungskapazität, während sich bei uns unter der Oberfläche Schwimmsande befinden, die verhindern, dass es zu Erschütterungen mit einer solchen Intensität kommen könnte.“

Das zeigten auch die Mess-Resultate. Bei 93,6 Millimeter pro Sekunde lagen die Schwinungen, die jetzt im Saarland auftraten, in Altendorf lagen die höchsten Werte bei 7,1 mm. Die Stärke auf der Richterskala lag an der Saar bei 4,0, in Dorsten maximal bei 1,6 bis 2,0. Dennoch lägen dazwischen Welten: „Jeder Strich auf der Richterskala bedeutet eine Steigerung um das 32 000-fache“, erläutert Breinig, dass sich diese Werte potenzieren und daher im Ruhrgebiet erheblich schwächer seien.

"Trommelfeuer" ist unerträglich

Dennoch bezeichnen viele Altendorfer Bürger bereits das „Trommelfeuer“ der letzten Monate als unerträglich. Das Bergwerk Lippe hat daraus Konsequenzen gezogen. „Auch wenn es viel Geld kostet, dass jetzt auch samstags und sonntags gearbeitet wird, haben wir den Abbaubetrieb seit dem 4. Februar von der Fünf- auf die Siebentagewoche umgestellt“, so Breinig, „als Folge dieser Verstetigung ist die Stärke der Schwingungen bereits deutlich zurück gegangen.“

Ist das Schlimmste also überstanden? Dies bezweifelt Hans-Jürgen Fischer, einer der Bisbu-Vorstandssprecher, ganz entschieden. Er prophezeit sogar, dass das Ausmaß der Bergschäden in nächster Zeit beträchtlich wachsen wird: „Uns liegen Unterlagen vor, wonach im letzten Abbaubereich zwischen Sportplatz und Ortskern noch mehr Restpfeiler vorhanden sind.“

Als Restpfeiler versteht man Stollen aus früherem Bergbau, deren Einsturz die Folgen des aktuellen Kohleabbaus multiplizieren kann. Fischer fürchtet sogar, dass halb Altendorf und die Kirche betroffen sein werden.

Weniger Beeinträchtigungen

„Ich erwarte für den künftigen Abbau, dass es nicht mehr in dem Maße zu Beeinträchtigungen kommt wie bisher“, weist Breinig dagegen alle Anschuldigungen zurück, der Bergbau gehe wider besseres Wissen „ohne Rücksicht auf Verluste“ vor: „Gegenwärtig überprüft die Aufsichtsbehörde noch einmal alle Berechnungen und Unterlagen, sollten sich daraus Auflagen ergeben, werden wir sie selbstverständlich einhalten.“

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