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Joggerin wurde von Mäusebussard angegriffen

Bahntrasse zwischen Schermbeck und Dorsten

Beim Joggen angegriffen: Das erlebte Ellen Langenkamp inzwischen mehrfach. Der Angreifer war ein Mäusebussard und das Phänomen ist keineswegs ungewöhnlich, sagen Experten.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 26.07.2012 / Lesedauer: 3 min
Joggerin wurde von Mäusebussard angegriffen

Ein Mäusebussard griff eine Joggerin mehrfach an - um die Brut zu schützen.

An Szenen wie aus dem Alfred Hitchcock-Film „Die Vögel“ fühlt sich Ellen Langenkamp erinnert: Mehrfach ist die Dorstenerin in den vergangenen Wochen beim Joggen von einem Mäusebussard angegriffen worden. Ellen Langenkamp, Leiterin des Dorstener Bauordnungsamtes und aktive Läuferin, kam nach eigenen Angaben zwar immer mit dem Schrecken davon, möchte aber andere Jogger warnen, die dort regelmäßig unterwegs sind.  Ort der Attacken ist die alte Bahntrasse zwischen Schermbeck und Dorsten, wo die Dorstenerin regelmäßig ihre Runde dreht, seit dort der Radweg eröffnet worden ist. Die genaue Angriffsstelle: Der Bereich nahe der Stadtgrenze (Emmelkämper Brauk).

 Kein Einzelfall: In den vergangenen Wochen hat es bundesweit immer wieder Zeitungsberichte über aggressive Mäusebussarde gegeben: Ob in Willich am Niederrhein, in Meschede im Sauerland oder in der Nähe von Coburg – fast immer waren es Jogger, die teilweise sogar von den Greifvögeln verletzt wurden.  Nach Angaben von Vogelexperten handeln die Vögel quasi in Notwehr: Sie verteidigen ihre Brut. Solange die Vögel ihre langsam flügge werdenden Jungen betreuen, reagieren sie auf alles empfindlich, was ihr Revier kreuzt. Im Frühjahr sind die Jungvögel geschlüpft, der Juli ist der Monat, wo sie ihre ersten Flugversuche starten – und die Alten begleiten und beschützen sie dabei. In dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es zu so genannten „Scheinangriffen“ kommt. Denn in der Regel suchen die Vögel keine Konfrontation und wollen auch keinen Kontakt zu Menschen.

 Vermeiden lassen sich solche Begegnungen nicht, sagen Biologen und raten, solche Gebiete in der Fluglernphase der jungen Mäusebussarde zu meiden. Ansonsten hilft es, einen Stock in die Luft zu halten, da der Bussard immer den höchsten Punkt angreift.  Schließlich sollte man den Angriffsort im Schritttempo verlassen: Denn Spaziergänger nehmen die Tiere nicht als Gefahr wahr, auch Radfahrer nur selten: Denn die seien zu schnell.  Im August dürfte das Problem sowieso aus der Welt sein: Dann sind die Jungen flügge, und auch die Alten verlassen bis zum nächsten Frühjahr den Horst.

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