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Kaktus stachelt Arbeitslose an

WULFEN Nein, nur ein "Übungsladen" ist das Sozialkaufhaus "Kaktus" am Wulfener Markt für Petra nicht. Die 42-Jährige arbeitslose gelernte Speditionskauffrau hat in dem Geschäft richtig was zu tun, arbeitet mit realen Waren, spricht mit echten Kunden.

von Von Michael Klein

, 20.02.2008
Kaktus stachelt Arbeitslose an

<p>Irina, Petra, Daniel, Anja und Sandra (v.l.) qualifizieren sich im "Kaktus" weiter. Klein</p>

"Diese Qualifizierungs-Maßnahme bringt mich voran", sagt Petra. Sechs Monate lang wird sie hier von der Beschäftigungs-Initiative "Dorstener Arbeit" für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht.

Vor vier Jahren verlor die Dorstenerin ihren Job. "Seitdem habe ich unzählige Bewerbungen geschrieben, nie kam eine Antwort", ist die 42-Jährige frustriert. Petra möchte unbedingt ins Büro zurück, die Arbeitsgelegenheit im Kaktus und die theoretische Qualifizierung sollen ihr dabei helfen.

Zwischen 25 und 30 Teilnehmer von Maßnahmen der Dorstener Arbeit arbeiten in den Läden am Wulfener Markt. Manche 15 Stunden, andere 30 Stunden im Monat. Manche jeden Tag. Andere an zwei Tagen in der Woche. So wie Daniel und Sandra. Die beiden 17-Jährigen absolvieren ein "Werkstattjahr", das auf die Ausbildung vorbereiten soll. Nebenbei besuchen sie das Berufskolleg, bis sie eine richtige Lehrstelle gefunden haben.

"Richtig gefordert"

Sandra hat ihren Hauptschul-Abschluss in Borken gemacht, sie findet ihren ersten "Job" im Kaktus abwechslungsreich: "Mit Menschen umgehen, Quittungen schreiben, die Kasse machen." Auch Daniel macht die Sache Spaß. Vor allem, weil ihn die Job-Coaches richtig anstacheln: "Faul kann man nicht sein, hier wird man echt gefordert." Daniel hat die Korczakschule in Wulfen nach der 9. Klasse verlassen. "Ich möchte am Berufskolleg meinen Hauptschulabschluss machen", kündigt er an. Während des "Werkstatt-Jahres" kann er sogar Stütz-Unterricht bekommen, wenn es in Mathe, Deutsch oder Englisch hapern sollte.

Das Sozialkaufhaus der "Dorstener Arbeit" in Barkenberg bietet auf einer Fläche von 600 Quadratmetern Second-Hand-Artikel an: Kleidung, Haushalts-Gegenstände, Möbel. Zu günstigen Preisen, denn als Kunden werden vor allem einkommensschwache Menschen angesprochen. Die Ware wird von den Kaktus-Leuten gereinigt, sortiert, ausgebessert, repariert, in den Verkaufsräumen aufgehübscht präsentiert.

Neu orientieren

Im Verkauf hat Anja ihre Bestimmung gefunden. Eigentlich ist die junge Dorstenerin gelernte Bürokauffrau, hat aber nach der Ausbildung keine Arbeit bekommen. Projektleiterin Ute Blume und Job-Coach Sonja Bellmann haben bald erkannt, dass Anja sich neu orientieren muss, um irgendwann eine Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bekommen. Auch Anja sieht dies inzwischen als den richtigen Weg: "Ich möchte nie mehr in einem Büro arbeiten."

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