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Regen trübt die Stimmung beim "Zoch"

DORSTEN Verkleidet war so mancher, aber keiner so blöd wie das Wetter: Es kam als kalter Regen zum Dorstener Rosenmontagszug daher.

von Von Michael Klein

, 04.02.2008
Regen trübt die Stimmung beim "Zoch"

Wahre Jecken lassen sich die Stimmung nicht vermiesen.

Da muss sich Petrus im kommenden Jahr aber mächtig ins Zeug legen, um diesen klimatischen Affront vergessen machen zu können. Denn die graue Schmuddelei legte sich ein wenig aufs Gemüt: Weniger Zuschauer als in den Vorjahren, die Stimmung im närrischen Volk hielt sich in Grenzen und selbst bei den Vereins-Jecken im Zug sah man so manch verkniffenes Gesicht.

Kein Wunder, dass Parkas und Regenjacken die meistgetragenen Kostüme waren. Vereinzelt ein paar Clowns, Engel, Polizisten, falsche wie echte. In der Bäckerei dominierten die Schalke-Trikots, in der Eisdiele Mafia T-Shirts, in der Altstadt waren einige Girls schwer schlampenhaft angezogen - manchmal hat man eben keine Lust, sich großartig zu verkleiden.

Kurz nach 14 Uhr war es, da war der Zoch gekütt. Vorneweg der Streifenwagen, aus dessen Lautsprecher Ötzis „Anton aus Tirol“ erschallte, dabei wäre Landsmann Falco mit seinem „Kommissar“ doch die originellere Variante gewesen.

Reichlich Kamelle

Drah die net um, die Kamelle fliegn `rum: Nicht nur Bonbons in allen Geschmackrichtungen prasselten in und auf die Regenschirme nieder, auch Bussi Bär-Comics, Bräunungs-Gel-Tüten, eingeschweißte Putzlappen und kleine Flachmänner brachten die Narren unters Volk.

In teuflischer Aufmachung sorgte der Fanfarenzug Hervest für Aufsehen, die TSG Dorsten erschien in Krankenhaus-Kluft, die anderen Karnevals-Vereine legten weniger Augenmerk auf ein aufeinander abgestimmtes Outfit: Die einen erschienen als Hexen, während die anderen als Hexen angefahren kamen.

Schade auch, dass kein Motiv-Wagen den Dorstener Rosenmontagszug zierte. Oder waren die Stimmungslieder vom Wagen der Feldmärker Schützen („Finger im Po: Mexiko“ und „Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner“) etwa als verhalten formulierte Globalisierungskritik zu deuten?

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