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Rentner ließ die Hose runter

DORSTEN Keine neun Jahre zählten die beiden Mädchen, als Nachbar „Manni“ ihre kindliche Unbefangenheit für sein gestörtes Sexualverhalten missbrauchte. Am Mittwoch hatte er sich dafür vor dem Schöffengericht zu verantworten.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 14.02.2008

Der April 2007 war sonnig und warm. Im Garten sorgte der geschiedene Frührentner dafür, dass die beiden Nachbarkinder auf der Schaukel richtig in Schwung kamen. Warum er bei dieser Gelegenheit die entblößte Brust eines der beiden Mädchen geküsst habe, erklärte der Angeklagte wenig glaubwürdig.

Angeblich im Spiel hätten sich die Mädchen die T-Shirts hochgezogen und da sei es halt zu der verbotenen Tat gekommen. Geständig zeigte sich der ehemalige Bergmann auch beim zweiten Anklagepunkt: Ja, kurz darauf habe er im Keller des Mietshauses den beiden Kindern sein Geschlechtsteil gezeigt, aber nur deshalb, weil sie es hätten sehen wollen.

Im  Schnelldurchgang

Mit dem Schleier der Verharmlosung trachtete der Angeklagte schließlich die dritte ihm zur Last gelegte Tat zu überdecken: Es stimme zwar, dass er dem damals achtjährigen Mädchen in seiner Wohnung ein Pornoheft gezeigt habe, aber nur im Schnelldurchgang und außerdem habe sie ihm ja einige Tage zuvor auch ihre „Bravo-Zeitschrift gezeigt.

„Die Kinder laufen mit panischer Angst davon, wenn sie heute den Angeklagten sehen“, zeigten die Anwälte, die die Eltern als Nebenkläger vertreten, kein Verständnis für die Verharmlosungstaktik des Täters. „Am liebsten wäre es den Familien, Sie zögen weg, ganz weit entfernt von Dorsten.“

Keine Kontakte mehr

„Je jünger das Kind, desto schwerer wiegen auch geringfügige Sexualdelikte“, verurteilte Richterin Regine Heinz den geständigen, nicht vorbelasteten Angeklagten zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. Weitere Auflagen der vierjährigen Bewährungsfrist: Keine Kontaktaufnahme zu Kindern unter 14 Jahren, des weiteren müsse er sich einer ambulanten Heilbehandlung unterziehen.

Denn: „Sie können doch nicht ernsthaft glauben, keine sexuellen Probleme zu haben“, stützte sich die Richterin zusätzlich auf die Funde, die eine Wohnungsdurchsuchung beim Angeklagten ans Tageslicht befördert hatte: Pornographische Fotos, Filme und eine Kinderpuppe. 

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