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Ü-Wagen machte Station in Dorsten

DORSTEN Der Wagen hat seinen Bauch zu einer Bühne aufgeklappt. Dort oben machen die Gäste es sich gemütlich. In grüne Decken gekuschelt, die Füße von einer Heizung gewärmt und die Hände von einer Tasse Kaffee.

von Von Anne Ritter

, 24.02.2008
Ü-Wagen machte Station in Dorsten

Ursulinen-Schüler erkennen ihren Lehrer auf der Bühne wieder.

Sie warten auf ihren Einsatz, auf das Mikrofon vor ihrem Mund. Und das hält Moderatorin Julitta Münch in der Hand. Sie sitzt auf einem blauen Sofa, strahlt mit charmantem Lächeln und eisblauen Augen abwechselnd in die Gesprächsrunde und auf das Publikum.

So begrüßt "Hallo Ü-Wagen", die Mitmachsendung des WDR, am Samstagmorgen die Dorstener. Am Recklinghäuser Tor, zwischen Kirche und Kaufhaus. Von 11 bis 13 Uhr diskutieren hier Gäste und Publikum live und öffentlich zum Thema "Und hinterher sind alle platt - Klassenfahrten." Dafür hat der WDR seinen Übertragungswagen mit ausklappbarer Bühne, grünen Klappstühlen, Stehtischen und einer Bühne für die Band "Brass Pack" ausgepackt. Und jede Menge Merchandising: Luftballons und Poster mit der Maus für die Kleinen, Flyer mit Programmhinweisen für die Großen.

Einfühlsame Fragen

Während Julitta Münch mit einfühlsamen Fragen bei den Gymnasiasten Laura Hundt und Stefan Nachbarschulte Wärme ausstrahlt ("Echt, seid ihr immer alle so brav gewesen?"), zittern neugierige Passanten im Wind. Der frisst sich durch die Kleidung, streichelt den Körper mit seiner kalten Hand. Dagegen bollern zwei Heizstrahler. Doch sie haben nicht mehr Ausstrahlung als ein Toaster. Sybille Warnking, ein WDR-Teammitglied, läuft einigen Flyern hinterher, die so schnell über den Platz wehen wie die Erinnerungen. Eine Dame denkt an schlaflose Nächte in Berlin, eine andere an die Klassenfahrt ans Meer. Einige Marktbesucher lassen Kartoffeln und Kohl auf den kalten Asphalt sinken, um zuzuhören oder einen Kaffee zu trinken.

Coladosen-Trick

Jutta Schauer, Herbergsmutter aus Lembeck, ist eigentlich nur wegen ihrer Tochter gekommen. Deren Englisch-Lehrer Thomas Biegel sitzt oben auf der Couch. Plötzlich hat sie selbst ein Mikro vor dem Mund und erzählt, dass 60 Prozent ihrer Einnahmen durch Klassenfahrten entstehen. Herr Biegel wiederum verrät den Coladosen-Trick: "Die lege ich nachts von außen auf die Türklinke, und wenn es scheppert, weiß ich Bescheid."

Einige seiner Schüler winken, albern und glucksen herum. Die Moderatorin befragt sie nach ihren Klassenfahrt-Wünschen: "Mallorca wäre doch mal was." Aber eigentlich sei nur der soziale Zusammenhalt wichtig. Und Neele stellt klar, worauf sie keinen Bock hat: "Exkursion Gras gucken - muss nicht sein!"

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