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Zechen-Gebäuden droht der Verfall

DORSTEN Die altehrwürdige Fürst-Leopold-Lohnhalle - nur noch ein Trümmerhaufen? Die historische Dampfmaschine - ein Fall für den Schrotthändler?

von Von Klaus-Dieter Krause

, 13.02.2008
Zechen-Gebäuden droht der Verfall

Die alte Lohnhalle ist ein Schmuckstück - wie lange noch?

Regelrechte Horror-Szenarien spielten sich in den Köpfen der Zuhörer ab, als Planungsamtsleiter Holger Lohse Ausschuss-Anfragen offen beantwortete: "Ja, es ist tatsächlich so - noch ein weiterer Winter, dann sind die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Zechengelände abgängig."

Zum Hintergrund: Wenn aufgegebene Gebäude dieser Größenordnung nicht besonders gesichert und beheizt werden, dann setzt sich schnell Feuchtigkeit in den Wänden fest. Ein strenger Winter tut ein übriges und entfaltet geradezu explosive Kraft. Zuerst fallen die Fliesen von den Wänden, dann leidet die Substanz derart, dass der Einsturz droht. Und mit jedem verlorenen Tag wird es für einen potenziellen Käufer kostspieliger, die Gebäude zu retten und einer neuen Nutzung zuzuführen.

Alarmglocke läutet

Genau diese Gefahr sehen Ratsmitglieder, bei denen nach der Zustandsbeschreibung der Verwaltung alle Alarmglocken klingelten, jetzt für das historische Gebäude-Ensemble auf dem Fürst-Leopold-Gelände.

Und das Risiko ist keineswegs übertrieben, wie Manfred Wissing bestätigt. Aber der Vorsitzende des Dorstener Vereins für Bergbau- und Industriegeschichte i st dennoch optimistisch. Grundlage dafür ist ein Gespräch mit dem Investor. Die Prisma GmbH ist sich prinzipiell seit langem mit der Montan-Grundstücks-Gesellschaft (MGG) handelseinig. In den nächsten Wochen, so heißt es, solle es zu einer Entscheidung kommen und das Vertragswerk besiegelt werden.

Hoffnung besteht

Wissing: "Wir haben mit unserem Nutzungskonzept für die denkmalgeschützten Gebäude großes Interesse gefunden und gehen davon aus, dass wir selbst ein Torhaus übernehmen können." Auch dafür, dass die historische Dampfmaschine auch in Zukunft noch interessierten Besuchern vorgeführt werden kann, bestehe Hoffnung.

Mitte des Jahres wird die Dampfmaschine zwar vom Bergbau stillgelegt und durch einen Elektromotor ersetzt. Aber wenn sie fachgerecht vor Feuchtigkeit geschützt wird, sieht der Verein Möglichkeiten, sie mit einem anderen Antrieb in Gang zu setzen. Der Kontakt mit dem pensionierten Mitarbeiter der Wartungsfirma, dem einzigen, der noch über die speziellen Kenntnisse verfügt, ist bereits hergestellt.

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