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«3 Mausklicks» zum Schock

Fachtagung schulte den bewussten Umgang mit neuen Medien

30.05.2007

«Ein Internetzugang im Kinderzimmer macht Kinder zu Opfern», sagt die Medienexpertin. Denn eine der ersten Fragen, die ihr als «Lilo11» in Chats begegnete, bezog sich stets auf den eigenen PC. Denn die pädosexuellen Täter wollen unter sich bleiben mit ihren jungen Opfern, um sie z. B. zum Senden von intimen Fotos zu überreden. Beliebt seien dazu auch die internetfähigen Spielkonsolen, was oft vergessen werde. Für die meisten der rund 160 Vertreter von Schulen, Jugendamt und Polizei aus Dortmund und Lünen tat sich in dem Vortrag eine völlig neue, erschreckende Welt auf: Mit weniger als drei Mausklicks landete Ursula Enders auf frei zugänglichen Seiten mit harter Pornografie und Gewalt. Bilder, die über die bekannten Video-Plattformen, Tauschbörsen und -programme verbreitet werden und die ein Kind möglicherweise nie mehr loslassen. «Die Bilder von den Folteropfern im Irak sind dagegen killefit.» So etwas anzusehen gelte unter Jugendlichen als Mutprobe, so «wie wir früher auf Bäume klettern mussten», erklärt die Expertin. Doch die neuen Medien bieten - trotz all ihrer Vorteile, wie die Veranstalter betonen - noch weit mehr Abscheulichkeiten. Dazu konnten auch die anwesenden Pädagogen Erfahrungen beitragen: Ein Mädchen wurde auf einer Party beim Sex gefilmt und durch Verbreitung der Aufnahmen zum Gespött der Schule. Ein Schüler erhielt auf seiner eigenen Homepage massive Bedrohungen bis hin zur Aufforderung, Selbstmord zu begehen. «Solche Kinder werden zu Schulabbrechern», sagt Ursula Enders. Eltern und Lehrer können nur eingreifen, wenn sie die Grundfertigkeiten der neuen Medien beherrschen. Enders: «Das ist eine Kulturtechnik. Sie können sonst ihren pädagogischen Auftrag nicht erfüllen. Das ist wie ein Erster-Hilfe-Kurs oder Feueralarm.» Susanne Riese www.zartbitter.de

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