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"Abschaffung von Ein-Euro-Jobs wäre Katastrophe"

26.02.2008

Über das immer wieder diskutierte Thema Ein-Euro-Jobs, im Amtsdeutsch Arbeitsgelegenheiten (AGH) genannt, sprach RN-Redakteurin Bettina Kiwitt mit dem ARGE-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers.

Erst jüngst gab es wieder heftige Kritik an den Ein-Euro-Jobs. Anlass war eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Kernaussage: Ein-Euro-Jobs münden nur zu einem geringen Teil in eine reguläre Beschäftigung.

Neukirchen-Füsers: Die mehrseitige Studie ist in den Medien zum Teil völlig verkürzt wiedergegeben worden. Die Aussagen dort waren viel differenzierter.

Bei wie viel Prozent der AGH-Teilnehmer klappt denn die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt?

Neukirchen-Füsers : Wir haben eine Quote von 17 Prozent. Aber es geht auch nicht in erster Linie um die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt

Worum dann?

Neukirchen-Füsers: Unsere Zielgruppe sind Bewerber mit sehr lange zurückliegender Arbeits- oder Lernerfahrung. Über die AGH werden sie in einer beschützten und begleitenden Maßnahme wieder an eine geregelte Arbeit herangeführt. Die AGH ist in der Regel ein Sprungbrett in eine betriebliche Maßnahme, Qualifizierung oder Umschulung.

Es wird auch immer wieder moniert, dass Ein-Euro-Jobs normale Beschäftigungsverhältnisse verdrängen.

Neukirchen-Füsers: Wir haben in Dortmund um die 3000 AGH. Das ist nicht überdimensioniert. In Essen oder Duisburg gibt es über 4000. Seit 2005 funktioniert der kommunale Konsens sehr gut. Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgebern sind an der Auswahl und Gestaltung der AGH beteiligt.

Was wäre, wenn die Politik die Ein-Euro-Jobs wieder abschaffen würde?

Neukirchen-Füsers: Das wäre eine Katastrophe! Ich hätte dann kein adäquates Arbeitsmarktinstrument für diese oftmals chancenlose Zielgruppe. Man kann die Leute nach langer Arbeitslosigkeit nicht einfach auf die Schulbank setzen. Das funktioniert einfach nicht.

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