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Ärger mit "Dortmunder Weg"

DORTMUND Für die Politik bahnen sich neue Diskussionen um das leidige Thema Mobilfunk an. Denn die Mobilfunkbetreiber kommen beim Aufforsten ihres Antennenwaldes mit dem Dortmunder Weg nicht immer zurecht.

von Von Oliver Volmerich

, 05.02.2008
Ärger mit "Dortmunder Weg"

Ein dichtes Netz an Basisstationen brauchen die Mobilfunk-Betreiber für das UMTS-System. Deshalb wollen sie den Antennenwald weiter aufforsten.

Der Dortmunder Weg sieht vereinfacht gesagt vor, dass beim Neubau von Mobilfunk-Stationen ein Mindestabstand von 100 Metern zu empfindlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Senioren-Einrichtungen oder Krankenhäusern eingehalten werden soll. Doch damit stoßen die Mobilfunk-Planer, die das Netz der UMTS-Stationen möglichst eng ziehen wollen, immer wieder an ihrer technischen Grenzen.

Der nächste Konflikt bahnt sich im Westpark-Viertel an, wo neue Antennen in die Höhe wachsen sollen. „Da werden wir es nach der reinen Lehre schwer haben, den Dortmunder Weg einzuhalten“, weiß Umweltamtsleiter Dr. Wilhelm Grote. Deshalb soll jetzt jeder kritische Einzelfall unter die Lupe genommen und der Politik vorgetragen werden.

Das Problem dabei: Verbieten kann die Stadt die neuen Anlagen nicht. Denn sie sind nicht genehmigungspflichtig. „Es reicht im Prinzip eine Standort-Bescheinigung der Bundesnetzagentur“, weiß Grote. „Doch die Mobilfunk-Betreiber wollen auch nicht mit der Kommune in Konflikt kommen.“ Deshalb haben sie sich grundsätzlich auf den „Dortmunder Weg“ eingelassen, hoffen aber auch auf Ausnahmeregelungen – etwa in dicht bebauten Innenstadt-Vierteln. Verwiesen wird dabei auch auf vom Umweltamt veröffentlichte Daten. Sie zeigen, dass die Strahlenwerte selbst im Nahbereich von Mobilfunk-Stationen unter den deutschen Grenzwerten und in der Regel auch unter den strengeren Schweizer Maßstäben liegen. Schwieriger wird es mit den rigideren Grenzwerten des Ecolog-Instituts.

Die Komplexität der Berechnungen ist aber öffentlich kaum zu vermitteln – findet auch die Politik. Geht es nach dem Willen der SPD-Fraktion soll die Verwaltung deshalb grundsätzlich am „Dortmunder Weg“ festhalten und bei den neuen Wünschen der Mobilfunk-Betreiber standhaft bleiben. Doch man wird wohl um eine politische Entscheidung in strittigen Einzelfällen nicht umhin kommen.

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