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Arbeiten ohne Lohn

29.02.2008

Die Situation ist verfahren, der Betriebsfrieden dahin. Bei der Firma Guardian, einem Sicherheitsdienst, liegen Geschäftsleitung und Mitarbeiter im Clinch. Denn das Unternehmen, das u.a. für die Stadtwerke in Bussen und Bahnen im Einsatz ist, ist mit den Lohnzahlungen im Verzug (wir berichteten).

Das Dezember-Gehalt wurde zwar mittlerweile überwiesen, für Januar ist Firmenchef Hans-Jürgen Konradt seinen 70 Mitarbeitern aber den Lohn bislang schuldig geblieben. Über die Gründe schweigt er sich aus. Konradt hat einen Wirtschaftsprüfer eingeschaltet. Der soll jetzt die Finanzen des Unternehmens genau unter die Lupe nehmen. Wann ein Ergebnis vorliegt, ist noch unklar.

Konradt wäre es am liebsten, wenn endlich Ruhe einkehren würde. Sonst sei die Firma in ihrer Existenz gefährdet. Denn die Kunden würden sehr genau beobachten, was im Unternehmen passiert. Vor allem den Auftrag der Stadtwerke möchte er nur ungern verlieren.

Die Mitarbeiter haben verständlicherweise eine andere Sicht der Dinge. Sie wollen ihr Geld. Einige versuchen inzwischen, ihr Gehalt vor dem Arbeitsgericht einzuklagen, bekommen dabei Unterstützung von der Gewerkschaft verdi. Manchem Kollegen stehe finanziell inzwischen das Wasser bis zum Hals, berichtet ein Betroffener. "Kosten wie Miete, Telefon und Versicherungen laufen schließlich weiter." Auch bei verdi kann man sich keinen Reim aus dem Verhalten von Firmenchef Hans-Jürgen Konradt machen. Gewerkschafter Ulli Dettmann vielsagend: "Manchmal gilt: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende." ar

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