Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Auf "Offene Ohren" gestoßen

20.02.2008

Auf "Offene Ohren" gestoßen

<p>ased-Pflegekraft Sabine Flaß (l.) und Winny Stenner, gehörlose Patientin, formen mit ihren Fingern das Wort "Altenpflege" in der Gebärdensprache. Neuffer</p>

Die Kooperation zwischen einem Pflegedienst und dem Zentrum für Gehörlosenkultur macht es möglich: Seit 2006 versorgen Pflegekräfte, die die deutsche Gebärdensprache erlernt haben, gehörlose oder schwerhörige Menschen zu Hause.

Vor eineinhalb Jahren bemerkten Joachim Welp, Geschäftsführer des Zentrums für Gehörlosenkultur (ZfG), und Sozialarbeiterin Claudia Vrijaldenhoven, dass die Nachfrage für ambulante Pflege hörgeschädigter Menschen stark anstieg.

"Immer mehr, auch jüngere, schwerhörige oder gehörlose Menschen brauchen ambulante Hilfe. Dazu benötigt man speziell ausgebildete Mitarbeiter" erklärt Joachim Welp. Dass den meisten Pflegediensten hierfür die zeitlichen und finanziellen Mittel fehlten, hat Claudia Vrijaldenhoven, Sozialarbeiterin beim ZfG schnell erkannt: "Ich habe mehr als 30 Unternehmen angesprochen, ob sie mit uns kooperieren wollen. Alle waren vom großen Aufwand abgeschreckt, da die Mitarbeiter natürlich erst einmal die Gebärdensprache lernen müssen."

Fast parallel dazu kam Gabi Doepner, ased-Geschäftsinhaberin, mit einem gehörlosen Ehepaar und deren Dolmetscher in Kontakt. "Tief beeindruckt" war sie von der Sprache. "Ich finde, Gebärdensprache drückt eine eigene Kultur aus. Es ist faszinierend, wie sie funktioniert." Ihr Ziel war von da an klar: Sie wollte gehörlose Menschen speziell in ihre tägliche Pflegearbeit einbinden.

2006 kamen dann Pflegedienst und ZfG zusammen, als Sozialarbeiterin Vrijaldenhoven bei Doepner anrief. Dort stieß sie auf "offene Ohren" für ihr Anliegen. Seitdem arbeitet das Zentrum für Gehörlosenkultur mit dem Unternehmen zusammen. Zur Kooperation gehört unter anderem die Ausbildung der ased-Mitarbeiter in Gebärdensprache. Bislang haben neun Mitarbeiter verschiedener Bereiche die Sprache erlernt. neu

Insgesamt nehmen rund 150 Patienten in Dortmund, Schwerte und Witten den privaten Dienst der 40 ased-Mitarbeiter in Anspruch. www.ased.de

Lesen Sie jetzt