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Bahn frei für Sozialticket

DORTMUND Seit gestern gilt's: Bedürftigen können für 15 Euro einen ganzen Monat lang Bus und Bahn nutzen. Dank des neu eingeführten Sozialtickets. Und natürlich gilt auch hier wie für andere Erfolge, dass es gleich mehrere Väter gibt.

von Von Oliver Volmerich

, 01.02.2008
Bahn frei für Sozialticket

<p>Erste Nutzer eines Sozialtickets konnten Birgit Unger und Mario Krüger (r.) von den Grünen gestern an Bord der gecharterten Sonder-Straßenbahn begrüßen.

Dazu zählen sich u.a. die Grünen, die den Einführungstag des Sozialtickets gestern feierten - passenderweise mit der Fahrt in einer eigens gecharterten Straßenbahn. Nicht zuletzt rühren die Grünen u.a. mit einer Plakatkampagne noch einmal die Werbetrommel für die neue Errungenschaft, die, so Grünen-Kreisverbandssprecher Ulrich Langhorst "eines unserer sozialpolitischen Kernprojekte ist". Mit 15 Euro habe Dortmund bundesweit das günstigste Angebot.

Nachfrage ist groß

Die Nachfrage ist denn auch in der Tat groß. Gut 5000 Dortmunderinnen und Dortmunder haben das Sozialticket, das im Jahresabo als Ticket 1000 für die Preisstufe A ausgegeben wird, gleich zum Start innerhalb weniger Tage beantragt. "Es ist beeindruckend, wie schnell das geschafft wurde", spendete Grünen-Ratsfrau Birgit Unger gestern Lob für die Sozialverwaltung. Das findet auch Sozialamtsleiter Peter Bartow selbst. "Die engagierten Mitarbeiter im Sozialamt haben große Verdienste um die vorbildliche Umsetzung dieses sehr kurzfristigen Angebotes", stellt er fest.

10.000 in Sicht

Sozialdezernent Siegfried Pogadl rechnet für die folgenden Monate noch mit einer deutlichen Steigerung der Antragszahlen. "Bis zum 24. Januar lagen bereits rund 2500 zusätzliche Anträge für März vor", bilanzierte er.

Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger rechnet über kurz oder lang mit 10.000 Nutzern des Sozialtickets. Trotzdem rechne sich das günstige Angebot langfristig auch für die Stadtwerke, ist er überzeugt. Den absehbaren Kosten von 2,8 Mio. Euro stünden Einnahmen von 1,4 Mio. Euro gegenüber. "Dazu gewinnen die Stadtwerke einen völlig neuen Kundenkreis", meint Krüger.

Die Linke fordert Nulltarif

Ðen Linken im Rat und dem Dortmunder Sozialforum geht das bisherige Angebot denn auch noch nicht weit genug. Sie fordern weiterhin ein Ticket zum Nulltarif für alle Bedürftigen bzw. kritisieren, dass das Sozialticket nur für Dortmund gilt. "Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr fehlt uns bislang die Mehrheit", erklärt Krüger. Doch vielleicht animiert der Erfolg des Sozialtickets in Dortmund nach der Probephase von zwei Jahren auch andere Städte, das Angebot zu übernehmen.

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