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Bargeld-Affäre: Stadtkasse stellte keine Fragen

DORTMUND Zweistündiger Schlagabtausch am Donnerstag im Rat zur Bargeld-Affäre im OB-Amt: Die Opposition und auch die Grünen schalteten nach Einsicht der Akten auf Angriff, die SPD verschanzte sich im Verteidigungsgraben.

von Von Gaby Kolle

, 14.02.2008
Bargeld-Affäre: Stadtkasse stellte keine Fragen

<p>Dr. Jürgen Eigenbrod.</p>

Dr. Jürgen Eigenbrod (CDU) eröffnete das Feuer: Bis zu fünfstellige Beträge, durchweg glatte Summen, wurden an Personen ohne Vollmacht ausgezahlt, Belege ohne eindeutigen Verwendungszweck akzeptiert, das 4-Augen-Prinzip regelmäßig durchbrochen. Eine Finanzkontrolle im OB-Amt gab es nicht, und von den Mitarbeitern der auszahlenden Stadtkasse wurden keine Fragen gestellt, wenn vermeintliche Zahlungsanweisungen für das OB-Amt eingelöst wurden.

 "Zuwendung OB"

Allein mit Vermerken wie "Zuwendung OB" oder "Zuschuss OB" wurden zwischen 2001 und 2007 mindestens 615 000 - rd. 60 Prozent der verschwundenen 1,1 Mio. - an die hauptverdächtige Ex-Mitarbeiterin (43) ausgezahlt, selbst wenn sie krankgeschrieben war. Die räumt bislang die Unterschlagung von 400 000 ein.

Eigenbrod nach Gesprächen mit leitenden Mitarbeitern der Stadtkasse: "Keiner wagt, Rückfragen zu stellen, da andernfalls das ,Erschießungskommando' drohen könnte."

Keine Alarmglocke läutete

Selbst als im August die Begründung "Weihnachtszuwendung OB" auf der Auszahlungsanordnung stand, läutete keine Alarmglocke. Bei einer "nur groben Kontrolle", so Eigenbrod, hätte manche Unstimmigkeit auffallen müssen. Es sei juristisch zu prüfen, ob OB Langemeyer - wie Manager in Wirtschaftsunternehmen - wegen Organisationsverschuldens trotz fehlender direkter eigener Schuld zur Verantwortung gezogen werden kann.

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