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Beamte wollten sofort eine Speichelprobe

08.02.2008

Erst hat er eine Frau ermordet, dann sammelte er kinderpornographische Bilder: Der Mann, der am Freitag vor dem Dortmunder Amtsgericht aufgetaucht ist, hat wahrlich eine finstere Vergangenheit.

1992 erdrosselte der heute 41-Jährige die Untermieterin im Haus seiner Eltern. Einzelheiten über die grausame Tat sind allerdings nicht bekannt. Nur so viel: Das Landgericht Limburg hatte den Computerfachmann seinerzeit nur zu zehn Jahren Haft verurteilt - weil er zur Tatzeit als vermindert schuldfähig eingestuft worden war. Sieben davon saß der Frauenmörder ab.

Nach seiner Entlassung zog der Mann dann nach Dortmund, baute sich ein bürgerliches Leben auf. Heute hat er einen guten Job, eine feste Partnerin. Was früher einmal war - darüber redet er nicht.

Die kinderpornographischen Bilder - wegen der er nun erneut vor Gericht stand - will er durch Zufall auf seinen Computer geladen haben. "Ich habe keine pädophilen Neigungen", sagte er im Prozess. Er sei einfach über pornographische Seiten im Internet gesurft. Und dabei sei es dann passiert.

So locker sah die Justiz den Fall aber nicht. Richter Gerhard Breuer verhängte am Ende drei Monate Haft auf Bewährung und warf dem Angeklagten vor, sich durch das Sammeln der kinderpornographischen Bilder mittelbar fast wieder an einem Mord beteiligt zu haben. Weil die Kinder, die auf den Fotos zu sehen seien, ihr ganzes Leben lang leiden würden.

Auch die Polizei hält den 41-Jährigen offenbar für nicht ganz ungefährlich. Kaum war das Urteil gesprochen, wollten zwei Beamte auf dem Gerichtsflur sofort eine Speichelprobe nehmen. Damit der Dortmunder in die Kartei für Sexualstraftäter aufgenommen werden kann.

Der Angeklagte hat sich allerdings geweigert. Soll die DNA nun doch noch gespeichert werden, muss ein anderer Richter einen entsprechenden Beschluss fassen.

Jörn Hartwich

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