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Bummel-Student wehrt sich gegen Studiengebühren

Klage vor Verwaltungsgericht

24.05.2007

Stattliche 43 Semester hatte ein Journalistikstudent der Uni Dortmund auf dem Buckel, als ihm im Februar 2004 ein Bescheid über Studiengebühren ins Haus flatterte. Seitdem versucht der Mann sich gegen diese zu wehren und kämpft um sein Geld. Gestern saßen sich Vertreter der Uni-Verwaltung und der Langzeitstudent vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen gegenüber. Obwohl es schon mehrere Gerichtsurteile zur Rechtmäßigkeit der einst von der rot-grünen Landesregierung eingeführten Gebühren für so genannte Bummelstudenten (650 Euro pro Semester bei deutlicher Überschreitung der Regelstudienzeit) gegeben hat, ließ sich der Student nicht beirren und reichte Klage ein. Per Bescheid war diese bereits abgewiesen worden. Doch auch dies hielt den Mann nicht davon ab, in die Berufung gehen zu wollen. Seiner Meinung nach hätte er problemlos bereits in den 90er Jahren sein Diplom in der Tasche haben können, aber nicht mit einem so guten Ergebnis wie zu einem späteren Zeitpunkt. «Von Studiengebühren war damals nie die Rede. Ich bin eben davon ausgegangen, dass es keine geben wird», erinnerte er sich vor Gericht, zitierte schließlich mehrere Politiker, die noch kurz vor der Einführung der Gebühren für Bummelstudenten gesagt hätten: «Studiengebühren sind vom Tisch.» «Die Leute», so der Kläger, «sind für dumm verkauft worden. Außerdem widerspricht diese Gebührenerhebung der Landesverfassung und dem Grundgesetz.» Anschließend stellte der Langzeitstudent den Antrag, die Gebührenbescheide aufzuheben. Für die Vertreter der Uni-Verwaltung steht fest: Die Forderung war und ist rechtmäßig. Richterin Schnellenbach fällte gestern noch keine Entscheidung. Im Prozess wurde jedoch deutlich, dass der Antrag des Bummelstudenten wenig Aussicht auf Erfolg haben wird. Mittlerweile hat der Mann seine Studien nun beendet - nach fast 50 Semestern. Da würde der moderne Lateiner im Sinne des uralten Studentenliedes wohl kurz und knapp sagen: «Gaudeamus igitur - lasst uns also fröhlich sein.» ven

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