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Dealer wollte früh in Rente

06.02.2008

Mit 30 in Rente - für einen Drogendealer aus Dortmund war das keinesfalls eine abwegige Vorstellung. Vor zwei Jahren wollte der Mann seine Geschäfte einem Komplizen übergeben und fortan nur noch von der Hälfte der Gewinne leben.

Nun wollte es das Schicksal aber so, dass er kurz vorm ersehnten Ruhestand festgenommen wurde. Um Einkommen und Wohnung braucht er sich zwar zurzeit keine Sorgen zu machen, doch das Leben nach den Drogengeschäften hatte er sich irgendwie anders vorgestellt. Fünf Jahre Gefängnis - das ist die Strafe, die er gerade absitzt. Dass sie nicht noch höher ausgefallen ist, hat nur damit zu tun, dass er noch schnell in die Rolle eines Kronzeugen geschlüpft ist.

Gut für ihn - schlecht für zwei seiner mutmaßlichen Komplizen (27 und 28). Diesen beiden Männern wird seit gestern nämlich nun ebenfalls der Prozess gemacht. Und auch für sie könnte es richtig ernst werden. Schließlich geht es um die gewaltige Menge von rund 300 Kilo Haschisch, die zwischen 2005 und 2006 in Dortmund verkauft worden sein soll. Teilweise kam das Rauschgift gleich in 10- oder 25-Kilo-Paketen an. Vermutlich aus Holland, doch so genau weiß man das nicht. Übergabeorte waren unter anderem die Parkplätze von zwei Supermärkten im Kreuzviertel und in Mengede. Die Abnehmer saßen in Dortmund, aber auch in Kassel.

Zum Prozessauftakt gab der Jüngere zu, in die kiloschweren Drogengeschäfte verwickelt gewesen zu sein. Zu den Lieferanten habe er aber keinen direkten Kontakt gehabt. Und viel Geld will er auch nicht verdient haben. Im Prozess vor der 35. Strafkammer des Landgerichts sagte der 27-Jährige: "Mir wurde immer gesagt, dass mein Anteil weiter arbeiten muss." Statt vieler tausend Euro will er deshalb pro Geschäft immer nur wenige hundert verdient haben. Jörn Hartwich

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