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Der Chef bin ich

In Dortmund etabliert sich der Unternehmergeist. Immer mehr Menschen wagen den Sprung ins kalte Wasser und gründen eine eigene Firma.

29.02.2008

Die IHK spricht bereits von einem Boom. "Der Wunsch, sein eigener Chef zu werden, ist unverändert hoch", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz (Foto). Im vergangenen Jahr zählte die IHK in Dortmund 1485 neue Firmen. Damit stieg die Zahl der Unternehmen in der Westfalenmetropole auf 28 572.

Für den Bezirk (Dortmund, Hamm und Kreis Unna) zählte die Kammer 2114 Neugründungen. 54 098 Betriebe sind nun bei der IHK angemeldet. Es ist der höchste Zuwachs seit vielen Jahren.

Die hohe Zahl der IHK-Beratungsgespräche mit Neu-Unternehmen zeige, dass immer mehr Menschen sich den Weg in die Selbstständigkeit zutrauten, so Schulz. In 2007 führten die Berater rund 1600 Intensiv-Gespräche.

Einsatz zahlt sich aus

Laut IHK-Chef zahle sich nun der jahrelange Einsatz aus, die Selbstständigenquote deutlich zu erhöhen. Weiteren Schwung erhofft sich Schulz von den 2007 eingerichteten Startercentern in Dortmund und der IHK-Zweigstelle in Hamm. Besonders positiv sei, dass jedes sechste Unternehmen in das Handelsregister eingetragen wurde. Gerade von diesen gingen Impulse für die Schaffung neuer Arbeitsplätze aus.

Für das laufende Jahr erwartet Schulz bei einer stabil bleibenden Konjunktur einen weiterhin nach oben gerichteten Trend bei den Unternehmensgründungen.

Ein Gradmesser für die sich gut entwickelnde Wirtschaft ist auch die rückläufige Zahl der Firmenpleiten. Im letzten Jahr schrumpfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen laut Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik um 7,9 Prozent auf 350 ((2006: 380) Fälle. 3451 Menschen waren betroffen. Die Insolvenzschäden betrugen 47,866 Millionen Euro.

Westfälische Unternehmensführung scheine sich auszuzahlen, freute sich Schulz. Die gute Konjunktur sei aber sicherlich der Hauptgrund für die gute Entwicklung. Darüber hinaus habe in den letzten Jahren, als der Konjunkturverlauf schwach gewesen sei, eine "gewisse Marktbereinigung" stattgefunden. Auch werden Firmengründungen immer besser geplant und vorbereitet Schulz geht davon aus, dass der Trend zu weniger Firmenpleiten noch anhalten wird.

Privatinsolvenzen

Nach oben weist dagegen die Statistik für Privatinsolvenzen in Dortmund: Ihre Zahl erhöhte sich 8,3 Prozent auf 1188 (2006: 1037). Mit ein Grund laut Experten: der schwierige Zugang überschuldeter Menschen zur gesetzlich vorgeschriebenen Schuldnerberatung. Die Wartezeit für eine Beratung dauere immer länger. Dadurch werde wertvolle Zeit für Gegenmaßnahmen verschenkt.

Achim Roggendorf

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