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Der Klang der Sterne

60 Jahre nach der Uraufführung in Unna erklingt das Oratorium "Groß ist Gottes Herrlichkeit" vom ehemaligen Reinoldikantor Gerard Bunk am 8. März erstmals in Reinoldi. Der Bachchor singt es zu Bunks 120. Geburtstag (4.3.) unter Leitung von Reinoldikantor Klaus Müller. Julia Gaß sprach mit ihm.

25.02.2008

Der Klang der Sterne

<p>Klaus Müller mit einer Bunk-Handschrift. Gaß</p>

Sie sind auf Borkum geboren. Hatten Sie von Bunk gehört, bevor Sie 2005 nach Dortmund kamen?

Müller: Ich hatte Noten von einem Orgelwerk. Als ich mich in Dortmund beworben habe, haben Kollegen in Hamburg sofort gesagt "das ist doch die Bunk-Stelle". Man kennt ihn auch außerhalb der Region.

Warum wurde Bunks einziges Oratorium in Dortmund 60 Jahre nicht aufgeführt?

Müller: Nach Kompositionsende war die Reinoldikirche zerstört. Und in der Nachkriegszeit waren spätromantische Klänge nicht mehr gefragt, da war Neobarockes modern. Die Wiederentdeckung der deutschen Romantik hat gerade erst begonnen.

Bunk hat das zweistündige Werk im Krieg komponiert - so klingt es aber nicht. Der Nachtteil erinnert an Wagner, es klingt Richard Strauss an, im Chor der Abtrünnigen Brahms und im Schlusschor Bach. Worauf stellen Sie Chor und Orchester ein?

Müller: Der Grundton ist spätromantisch und unglaublich farbig. Es ist bewundernswert, wie Bunk mit dem Orchester umgehen konnte. Wir beziehen aber die Orgel etwas mehr ein.

Es ist ein "Lobgesang auf die Schöpfung". Gibt es Parallelen zu Haydns "Schöpfung"?

Müller: Mann und Weib kommen nicht wie bei Haydn vor. Bunk ging es um den Menschen in der Natur. Er hatte eine naturalistische, romantische Vorstellung, hat Sonne, Mond und Sterne personifiziert. Dass die Sonne eine eigene Arie hat, ist etwas Besonderes. Und es gibt Chöre der Winde, Baumeister, Spinnerinnen, Weberinnen, Blumen, des Meers, der Sterne und Schneeflocken.

Wie klingen Schneeflocken?

Müller: Bunks Musik hat eine besondere Note, führt in andere Klangsphären. Es ist fantastisch - die Musik beginnt sofort zu schweben.

In diesem Jahr werden Bunks Werke beachtet. Stehen sie nach 2008 auch auf den Reinoldi-Programmen?

Müller: Unbedingt. Das ist unsere Chance, Tradition wiederzubeleben. Wir müssen Neues im Blick haben, aber Tradition wertschätzen. Ich möchte zu einem führenden Bunk-Interpreten werden und seine größeren Werke überall spielen. Sie sollen gängiges Repertoire werden, alles andere wäre zu schade. Aber die Aufführung des Oratoriums ist vielleicht eine für lange Zeit einmalige Gelegenheit, das Werk zu hören.

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www.RuhrNachrichten.de/Dortmund

Der Klang der Sterne

<p>Von 1940-46 komponierte Bunk das Oratorium "Groß ist Gottes Herrlichkeit". Bunk-Gesellschaft</p>

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