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Dessous "schlicht aber sexy"

DORTMUND In den Westfalenhallen präsentiert die Fachbesuchermesse "Wäsche und mehr" Trends und Neuheuten. Wohlfühlen zählt dabei mehr als die Optik.

von Von Annika Ruhfaut

, 17.02.2008
Dessous "schlicht aber sexy"

Unterwäschemodels auf der Fachbesuchermesse "Wäsche und mehr" in den Westfalenhallen.

Frank Sondermann fühlt den weichen Jerseystoff des milchkaffeebraunen BHs. Mit dem Finger fährt er hoch zur schwarzen Spitze. „Schlicht, aber sexy“, sagt er. Damit liegt das Dessous voll im Trend. „Nostalgie und Spitzeneffekt sind im Moment angesagt“, weiß Sondermann. In den Westfalenhallen präsentiert der Handelsvertreter seit Samstag als einer von 150 Ausstellern auf der Messe „Wäsche und mehr“ seine Mode für drunter – allerdings ausschließlich für Fachbesucher.

Neben Wäsche im Retro-Look hat er etwas mitgebracht, das die Nerven vieler Frauen an manchem Abend schonen könnte. Vorbei seien die Zeiten, in denen man sich über abgemalte Nähte im engen Abendkleid ärgern müsse, ist er überzeugt. Die Lösung: Monoplog-BHs. Fein säuberlich hat ein Laser bei der Neuheit ganze Arbeit geleistet – von Nähten keine Spur. Auch auf Tragekomfort muss nicht verzichtet werden: Die Bügel sind in den anschmiegsamen schwarzen Stoff eingearbeitet.

Komfortabel sollte es schon sein, denn darauf achtet frau zurzeit besonders. „Cocooning“ nennt die Modewelt dieses Phänomen. „Man möchte sich in seiner Wäsche wohlfühlen, Geborgenheit empfinden“, erklärt Florence Keinath von der Parissime GmbH. Sie greift zu einem Zweiteiler, der optisch nicht viel hermacht, ein wenig an einen Jogginganzug erinnert. Trotzdem läge er voll im Trend. „Sie können ihn zuhause auf dem Sofa tragen oder beim Pilates“, preist Keinath an. Und das auch noch im umweltfreundlichen Wohlfühl-Material: „Bio“ ist auch in Sachen Mode gefragt. Bambusseide oder Mikrofaser mit Baumwollanteil in der Spitze sollen die Haut von außen verwöhnen.

Die Optik scheint bei aller Funktionalität manchmal auf der Strecke zu bleiben. So ist mancher Messe-Besucher angesichts von Nachthemden, die wie von vor zwanzig Jahren wirken, etwas verwirrt. „Die sehen aus wie die von meiner Oma“, sagt die Inhaberin eines Düsseldorfer Sonnenstudios. Als zusätzliches Angebot will sie Wäsche verkaufen – modische, versteht sich. Finden wird sie, was sie sucht: aber wohl erst auf den zweiten Blick.

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