Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Unruhe bei Continental wird größer

Für die rund 1250 Mitarbeiter des Continental-Werkes in Dorstfeld kommen die schlechten Nachrichten nicht überraschend.

25.02.2008

Im Vorfeld gab es schon entsprechende Gerüchte und Medienberichte. "Wenn wir genau wissen, wie die Fakten im Einzelnen für uns aussehen, werden wir mit einem kühlen Kopf in die Gespräche mit dem Unternehmen gehen", sagt Betriebsratschef Gerhard Bieletzki.

Gleichwohl sparen die Arbeitnehmervertreter nicht mit Kritik am geplanten Stellenabbau von Continental. Danach sollen bundesweit 2000 Arbeitsplätze wegfallen. "Die Gesamtbetriebsräte und die IG Metall äußern großes Unverständnis gegenüber der Unternehmenspolitik", heißt es in einem Schreiben, das gestern auch an die Dorstfelder Mitarbeiter verteilt wurde. Continental beweise einmal mehr, "dass der Konzern seine Verantwortung nicht im Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen sieht, sondern eine Politik verfolgt, die allein einer besseren Rendite geschuldet ist". Angesichts der guten Auftragslage sei "diese Planung vollkommen unverständlich und wirtschaftlich unsinnig".

Die 1250 Mitarbeiter im ehemaligen Siemens VDO-Werk an der Arminiusstraße sprechen darüber eher leise, eher untereinander, fast heimlich über das angekündigte Sparprogramm von Continental. Was sie nicht verstehen: Das Werk schreibt laut Bieletzki schwarze Zahlen. Gleichwohl seien die Renditevorgaben des Managements von zehn Prozent allenfalls für ein Jahr zu erfüllen.

Was Gesamtbetriebsräten und IG Metall Bauchschmerzen bereitet: "Durch einen von oben verordneten absoluten Stopp für Neueinstellungen dürfen dringend benötigte Arbeitsplätze nicht besetzt werden. Damit besteht die Gefahr, dass Aufträge an den Standorten nicht mehr angenommen bzw. ausgeführt werden können."

Bei Continental war am Montag niemand zu erreichen. Noch im Juli 2007 hatte Sprecher Hannes Boekhoff gegenüber unserer Zeitung betont, dass kein Grund zur Unruhe besteht. "Wir geben nicht 11,4 Mrd. Euro für VDO aus, um das Unternehmen dann kleiner zu machen", beruhigte er damals. Die Integration von VDO erfolge "partnerschaftlich". Gleichwohl wollte Boekhoff einen Stellenabbau, auch in Dortmund, nicht ausschließen. ar

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt