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Diebe hatten Angst vorm Richter

14.02.2008

Mache ich wirklich einen so Furcht einflößenden Eindruck?

Gleich zweimal hintereinander konnte Amtsrichter Gerhard Breuer gestern diese Vermutung haben.

Der erste Dieb (31), der bei ihm auf der Anklagebank saß, schreckte mitten in der Verhandlung beim Hereinkommen eines Zuschauers zusammen: "Ist das schon die Polizei?", fragte er ängstlich - offenbar in Sorge, dass ihn der Richter gleich festnehmen lassen wollte.

Und nur wenig später glänzte ein weiterer Angeklagter - ein Rentner, dem vorgeworfen wurde, einen Sack Äpfel gestohlen zu haben - gleich komplett durch Abwesenheit. Statt selbst zu kommen, schickte er seine Ehefrau vor: "Er ist krank", sagte diese schüchtern. Der Richter: "Ach was, der hat bestimmt nur Angst."

Immerhin hat der Senior in seiner Vorstrafen-Akte bereits drei Eintragungen wegen Hehlerei zu verzeichnen. Rechnete er deshalb gestern mit einer Haftstrafe? Möglicherweise sogar einer, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könnte? "Richten sie ihm aus, dass er sich keine Sorgen machen muss", beruhigte Richter Breuer die Ehefrau.

Dem Apfel-Dieb drohe im schlimmsten Fall eine kleine Geldstrafe, die er natürlich in Raten abstottern könne. "Das ist gut", freute sich die Frau - und lief gleich ein paar Türen weiter, um sich bei einem Gerichts-Mitarbeiter über Privat-Insolvenzen zu informieren.

Dieb Nummer eins (Beute: Weingummi und eine Wolldecke) hatte gestern übrigens nicht so viel Glück. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt. Auf ausdrücklichen eigenen Wunsch muss er außerdem 200 Stunden Sozialarbeit im Tierheim ableisten. "Das mache ich sehr gerne", freute er sich. von

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