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Energieausweis - kein Muss

DORTMUND Eines machte unsere heutige Telefonaktion ganz deutlich: Der Energieausweis wirft bei den Bürgern viele, viele Fragen auf. Vier Experten versuchten zwei Stunden lang, sie unseren Lesern so detailliert und verständlich wie möglich zu beantworten.

von Von Bettina Kiwitt

, 05.02.2008
Energieausweis - kein Muss

Gaben heute Rat am Telefon (v.l.): Ulrich Wenge, Helmut Klein, Manfred Hüttemann und Georg Kruhl.

"Ich muss doch den Ausweis machen lassen, oder?" Das war eine Frage, die des öfteren Manfred Hüttemann gestellt wurde. "Nicht in jedem Fall. Sie müssen den Ausweis nur dann vorweisen können, wenn Sie ihre Imobilie vermieten, verpachten oder verkaufen wollen", wusste der Rechtsanwalt bei der Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund in Dortmund zu berichten.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

"Was ist eher zu empfehlen, der Bedarfs- oder der Verbrauchsausweis?" lautete eine andere Frage. Bei der Beantwortung gingen die Ansichten der Experten durchaus auseinander. "Die Hauseigentümer gucken eher auf die Kosten und da ist der Verbrauchsausweis einfach günstiger", so Hüttemann. "Bei einem zentral beheizten Gebäude zahlt man bei uns 30 Euro für den Verbrauchsausweis", ergänzte Ulrich Wenge von DEW21. Sowohl Energieberater  Helmut Klein vom Verein "Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerk" wie auch der Energieberater  Georg Kruhl von der Verbraucherzentrale plädierten hingegen eher für den wesentlich teureren Bedarfsausweis. Der kann 250 Euro und mehr kosten.  "Der Verbrauchsausweis bildet im Prinzip nur das Verhalten der Gebäudenutzer ab, nicht den Zustand des Gebäudes", argumentierte Klein. Denn der Verbrauchsausweis erfasst lediglich den Energieverbrauch des Gebäudes mit Hilfe der Verbrauchsdaten von drei aufeinander folgenden Abrechnungsperioden.

Modernisierungstipps und Energiesparen

"Wie energieeffizient ein Gebäude tatsächlich ist, verrät nur der Energiebedarfsausweis", erläutert Kruhl. Neben dem Verbrauch  fließen hier u.a. auch  die Daten der Gebäudehülle, der Bauweise sowie die Eigenschaften der Lüftungs- und Heizanlage  und auch die Verwendung regenerativer Energien ein. Zudem gibt der Bedarfsausweis mit seinen Modernisierungstipps alle Potenziale an, die ein Gebäude zum Energiesparen in sich birgt. Der Verbrauchsausweis liefert hier eher nur allgemeine Hinweise.

Darüber hinaus wollten die Leser vom Vertreter der Verbraucherzentrale wissen, ab wann die Ausweise verpflichtend sind. "Für Wohngebäude der Baujahre bis 1965 ab 1. Juli diesen Jahres, für alle anderen ab 1. Januar 2009", wusste Kruhl.

Adressen von Ausstellern

Ausgestellt werden die Ausweise etwa von der DEW, Architekten, Schornsteinfegern, Energieberatern etc. Adressen dazu gibt es z.B. bei der Deutschen Energieagentur unter www.dena.de, der Handwerkskammer Dortmund unter www.hwk-do.de oder dem Verein "Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerk" unter www.gih-rhein-ruhr.de.

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