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Ermordet im Jugend-Alter

04.02.2008

Ermordet im Jugend-Alter

<p>Ceylan Apel (l.) und Laura Wollust nehmen zur Mahnung ein Bild gegen Rechtsextremismus in die Hand. Böhm-Heffels</p>

Hannelore war ein fröhliches junges Mädchen. Ein hübsches dazu, mit schwarzen lockigen Haaren. Ihre Freundin Karla Uthe könnte der Spielkameradin von einst am 11. Mai zum 80. Geburtstag gratulieren. Könnte, denn Hannelore hat sie seit der Pogromnacht nicht mehr wiedergesehen. Das Opfer des Nazi-Terrors wurde nur so alt, wie die beiden Mädchen, die der ermordeten Jüdin heute, 64 Jahre später, wieder ein Gesicht geben.

Ceylan Apel und Laura Wollust, beide 16 Jahre jung, sind Schülerinnen der Klasse 10a der Droste-Hülshoff-Realschule in Kirchlinde. Innerhalb der Arbeitsgruppe "gegen rechts" begaben sie sich mit ihrer Lehrerin Elke Gagun auf Spurensuche. Die Ergebnisse ihrer Recherchen über die Familie Daniel, die 1939 von Haltern nach Kirchlinde zog, in die Heckelbeckstraße 1, präsentieren die Realschülerinnen im "Zug der Erinnerung", der am Sonntag (10. 2.) in Dortmund einrollt. Dieser Zug (wir berichteten mehrfach) beherbergt eine rollende Ausstellung, die sich auf die Suche nach den Schicksalen zehntausender Kinder macht, die während der NS-Zeit mit der Bahn in die Vernichtungslager deportiert wurden.

Bevor der "Zug der Erinnerung" im Mai die Gedenkstätte Auschwitz erreichen soll, macht er von Sonntag (10. 2.) bis Mittwoch (13. 2.) auch in Dortmund halt. Schulen, Vereine und Verbände sind eingeladen, nach Lebenszeichen der Verschollenen unserer Stadt zu suchen. Ceylan und Laura suchten vor allem im Stadtarchiv und fanden heraus, dass Hannelore Daniel seit ihrem elften Lebensjahr in der Kirchlinder Heckelbeckstraße lebte, nur wenige hundert Meter von Lauras und Ceylans Schule entfernt. Die Ergebnisse ihrer Spurensuche werden Bestandteil der Ausstellung im Zug der Erinnerung sein. bö

Heute (5. 2.) werden um 11 Uhr Stolpersteine für die ermordete Familie in der Heckelbeckstraße gelegt.

Den Auftakt zur rollenden Ausstellung ab Sonntag im Hauptbahnhof bildet eine Feierstunde am 10. 2. um 11.27 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

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