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Es gab Reis, Baby!

17.02.2008

Das politische Kabarett ist tot? Das Gegenteil zu beweisen, ist das "Festival des politischen Kabaretts" angetreten, das zurzeit im Fritz- Henßler-Haus (FHH) und im Cabaret Queue zeigt, dass es sehr wohl eine Nach-Hildebrandt-Ära gibt.

Am Freitag gastierte Thomas Reis im FHH. Keine Frage: Thomas Reis ist einer der besten seiner Branche. Mühelos wechselt der 44-jährige, vielfach ausgezeichnete Langhaarige zwischen sächsisch und kölsch, schwäbisch und wienerisch, schneidet irre Grimassen und gibt geschlagene drei Stunden lang den Alleinunterhalter auf leerer Bühne. Dabei purzeln die Pointen und Wortspiele mitunter so schnell aus ihm heraus, dass andere für das Programm vier Stunden brauchen würden.

Als Beweis für die Weiter-existenz des Politischen in der Kleinkunst taugt Reis allerdings nur bedingt. Denn Reis' Lieblingsthema sind - wenig originell - Männer und Frauen. "Machen Frauen wirklich glücklich?" heißt sein Programm, von dem maximal ein Viertel sich um Fragen dreht wie die, warum nicht Condoleezza Rice als Präsidentin kandidiert - als weibliche schwarze Latina eine ideale Gesamtminderheit.

Auch Medienkritik gab es: Biblis war ein Kinderspiel - die ganze Generation muss vom Netz. Oder: Bata Ilic isst im Dschungel-Camp Maden - eigentlich sollte es umgekehrt sein. Natürlich, letztlich ist auch der Geschlechterkampf politisch. Dass die Schnittmenge zwischen Frau und Mann das A ist, dass Frauen für ihre Brut verantwortlich und daher so brutal sind, und dass eine Ehe nicht vernünftig sein kann, da es sonst "Verstandesamt" hieße - nehmen wir es als politisches Statement. Ein Abend mit Thomas Reis lohnt sich so oder so. pin

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