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Finaler Jubel

10.02.2008

Finaler Jubel

<p>Wandlungsfähige Stimme und Hut: Roger Cicero. Folty</p>

Abwechslungsreichen Bigband-Swing gewürzt mit Pop, Blues und Jazz brachte Roger Cicero mit seiner elfköpfigen Bigband am Samstag auf die Bühne der ausverkauften Westfalenhalle 3A. Doch ausgelassene Stimmung kommt erst gegen Ende auf.

"Du stehst ganz oben auf meiner Liste der noch zu küssenden Frau'n" singt der in Berlin geborene Swingsänger, während er die Treppen zur Bühne hinabsteigt, und 2000 überwiegend weibliche Fans singen mit. "Er singt das, was ich denke - mit viel Charme, Witz und Humor", sagt Heike Ackerschott, die mit ihrer Freundin aus Gummersbach angereist ist, um Roger Cicero hautnah zu erleben.

Sie ist eine der ersten, die ihr Feuerzeug entfacht, als der charmante Sänger mit Hut gegen der Traverse lehnt und fragt "Wovon träumst du nachts?" Bei den übrigen Fans dauert es deutlich länger, bis sie Feuer fangen.

Zu routiniert und glatt spielt Cicero den überwiegenden Teil seines Tour-Programmes "beziehungsweise". Auch als der smarte Sänger die Bühne verlässt und mit einer eigenen Interpretation des Grönemeyer-Hits "Männer" auf Tuchfühlung mit dem Publikum geht, reißt das kaum jemanden von den Sitzen.

Ein Grund mag der Veranstaltungsort sein, der wenig zu ausgelassener Stimmung zwischen den Stuhlreihen einlädt. Aber auch die Tontechnik wird der wandlungsfähigen Stimme des mit der goldenen Stimmgabel ausgezeichneten Jazz-Solisten nicht gerecht.

"Das Konzerthaus wäre eine bessere Umgebung als die kalte Atmosphäre der Westfalenhalle", mutmaßt Hubert Kroll, einer der wenigen männlichen Fans, den der junge, spritzige Swing Ciceros und seiner Bigband begeistert.

Für spontanen Applaus sorgen allerdings die leidenschaftlich gespielten Soli der erstklassigen Musiker - wenn sich die Saxofonisten verbiegen, der Schlagzeuger minutenlang unter Schweißausbrüchen improvisiert und der Pianist an Orgel und Flügel herumturnt.

Als Roger Cicero nach zwei Stunden dann mit "Kompromissen" an Songs seines Erfolgs-Albums "Männersachen" anknüpft, hält es schließlich kaum noch jemanden auf seinem Platz und die Musiker für weitere 20 Minuten Zugabe auf der Bühne. het

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