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Frau Schnecke lernt spielend

Rund 1100 Dortmunder Kindern bescheinigte der Delfin4-Test unzureichende Sprachfähigkeiten. Zwei Jahre vor der Einschulung beginnen die Kindertagesstätten mit der Förderung.

12.02.2008

Frau Schnecke lernt spielend

<p>Massimiliano geht so schnell nicht die Puste aus... Menne</p>

"Wir machen unseren Mund ganz stark." Zehn Kinder verziehen ihre Schnütchen. Und dann kommt Frau Schnecke. Frau Schnecke schaut mal links, mal rechts aus ihrem Haus: Kleine rote Zungen blitzen aus kleinen roten Mündern. Dann geht Frau Schnecke in den Keller - und die ersten Kinder verschlucken sich fast, während sie versuchen, ihre Zungen nach hinten zu rollen...

Aufwärmtraining bei der Delfin4-Gruppe in der Kita Lange Straße. Erzieherin Sigi Alberti geht die Stunde gemeinsam mit ihrer Kollegin Astrid Gerisch vorsichtig an. Viel Erfahrung kommt ins Spiel, wenn die Kleinen Wattebäuschen mit einem Strohhalm durch einen Parcours pusten oder bunte Holzfiguren auspacken. Denn Sprachförderung spielt in der Einrichtung mit rund 80 Prozent Migrantenkindern nicht erst seit der landesweiten Sprachstandsfeststellung im vergangenen Jahr eine Rolle.

Auch dem Leitungsteam war lange vor Delfin 4 klar, dass die bis dahin von der Landesregierung vorgesehene einjährige Förderung nicht ausreicht. "Vieles geschieht bei uns im Alltag", sagt Tanja Jablonski. Sprachförderung läuft nebenbei - in der Puppenecke und am Kaufladen, beim Bilderbuch-Ansehen und Fingerspielen. "Sie fängt schon damit an, dass wir den Zweijährigen den Schnuller aus dem Mund nehmen, wenn sie morgens kommen", sagt Annette Niemeier. Und sie hört mit dem "Runden Tisch Sprache" auf, bei dem alle Verantwortlichen gemeinsam über die "Sorgenkinder" beraten. Schon Dreijährige lernen mit den einprägsamen Gesten und Sätzen der Dinokroks aus dem Sprachlernprogramm "Hocus und Lotus" die deutsche Sprache.

Anfang Januar startete in der Langen Straße nun parallel die "neue" Sprachförderung zwei Jahre vor der Einschulung. Nur sieben Kinder ermittelte Delfin, drei weitere nahmen Astrid Gerisch und Sigi Alberti mit hinzu.

Zwei Mal pro Woche setzen sich die speziell qualifizierten Erzieherinnen mit den Kindern im Blauen Raum zusammen. Dass dieser auf den ersten Blick eher leer und schmucklos wirkt, ist kein Zufall. Denn die Umgebung soll reizarm sein, damit sich die Kinder auf das Wesentliche konzentrieren - auf die kleinen Holztiere vor ihnen zum Beispiel.

Zehn Kinder beginnen zu fauchen, brüllen und grunzen. "Welches Tier kann bellen?", fragt Sigi Alberti; neue Wörter stehen auf dem Stundenplan. "Der Hund", schreien Kassem (4) und Massimiliano (4) gleichzeitig. Ackshaiyen, dessen Eltern aus Sri Lanka stammen, darf sich nun ein Tier aussuchen und das Geräusch vormachen. "Baak, baak", quakt er und greift nach dem kleinen grünen Frosch. Leichtes Spiel für die anderen, die das Tier erraten sollen. Noch leichter fällt ihnen das, als Massimiliano an der Reihe ist, denn er ruft "törö, törö" und "Elefant" gleich hinterher.

"Wir mischen unterschiedliche Methoden", erklärt Sigi Alberti. Beim Thema Tiere gehe es um die Lautbildung, um das assoziative Vermögen und um die Erweiterung des Wortschatzes. Präpositionen dagegen übt sie mit den Kindern in der Turnhalle, wo sie "auf" und "unter", "vor" und "hinter" am eigenen Körper erleben können.

Doch beim Tierspiel im Blauen Raum ist nun wieder Ackshaiyen an der Reihe, diesmal mit der schwierigen Aufgabe, einen Fisch darzustellen. Das geht nicht ohne seine Hände, mit denen er wellenförmig über den Tisch wedelt. Doch dann fällt dem Fünfjährigen doch noch ein passender Laut ein: "blubb, blubb". Susanne Riese

Törö, Töro - Elefant.

aKSHAYEN IN DER fÖRDERSTUNDE ZUM tHEMA tIERE

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Törö, Töro - Elefant.

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