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Freundlicher Räuber machte Aufsicht nur wenig Angst

11.02.2008

Er war der vielleicht freundlichste Räuber des vergangenen Jahres: Ende November bedrohte ein 34-Jähriger eine Spielhallen-Aufsicht in der Innenstadt mit einem Messer und entschuldigte sich: "Es tut mir wirklich Leid, aber ich muss das jetzt machen. Sonst muss ich wieder in den Knast."

Genau dort ist der Mann tatsächlich schon bald wieder gelandet. Nachdem die Polizei DNA-Spuren im Inneren der Spielhalle gesichert und die Ergebnisse mit denen von bereits gespeicherten Straftätern verglichen hatte, dauerte es nicht lange, bis der Dortmunder festgenommen wurde. Gestern begann am Landgericht der Prozess.

Dabei kommt es dem Angeklagten mit Sicherheit zugute, dass er bei seinem Raubüberfall auf eine Angestellte getroffen war, die offensichtlich besonders hart im Nehmen ist. Schon am Abend nach dem Vorfall habe sie wieder die Spätschicht übernommen, erklärte die Zeugin.

Wohl auch deshalb, weil sie den Räuber seinerzeit nicht so recht ernst genommen hatte. Immerhin hatte ihr der Mann während des Überfalls auch noch erzählt, er kenne eine ihrer Kolleginnen sehr gut. Sie solle der Frau doch bitte nichts davon erzählen, dass ausgerechnet er so etwas anstelle...

Der 34-Jährige muss sich damals in einer echten Ausnahmesituation befunden haben. Es war schon viel zu viel Zeit vergangen, seit er seine letzte Drogen-Ration genommen hatte. Die Angst vor dem drohenden, immer schlimmer werdenden Entzug, und der viele Wodka, den er an jenem Abend trank, machten seine Verfassung nur noch unerträglicher.

Am Freitag wollen die Richter wahrscheinlich ihr Urteil verkünden. Der schon vielfach vorbestrafte Dortmunder muss dann mit einer Haftstrafe von etwa vier Jahren rechnen. Ziemlich sicher wird er diese jedoch nicht in einem Gefängnis, sondern in einer Drogen-Entziehungsklinik absitzen. Die Psychiaterin: "Das ist sein eigentliches Problem. Ohne Behandlung sind weitere schwere Straftaten nicht ausgeschlossen." von

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