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Friedlicher Fan-Marsch Richtung Derby

DORTMUND Vielleicht lag's am milden frühlingshaften Wetter. Vielleicht daran, dass die Vereinsführungen im Vorfeld jede Schärfe auf dem ewigen Rivalen-Duell nehmen wollten. Jedenfalls verlief der Auftakt zur Partie BVB gegen Schalke am Sonntagnachmittag friedlich. Tausende schwarz-gelbe Fans marschierten gut gelaunt von Friedensplatz zum Stadion.

von Von Heike Thelen

, 10.02.2008
Friedlicher Fan-Marsch Richtung Derby

Beeindruckender Aufmarsch der Schwarz-Gelben.

"Entspannte Stimmung, angenehmes Wetter, Ausschreitungen werden nicht erwartet", plaudern die 20 Polizisten, während sie gut gelaunt an der Spitze des Marsches über die Hohe Straße, Kreuzstraße und Wittekindstraße bis zum Stadion flanieren. Hier herrscht gute Laune pur, noch ahnt keiner die kommende  2:3 Niederlage.

Ein strenges Regiment herrscht allenfalls in den ersten Reihen des Marsches, den die Organisatoren pünktlich um 13 Uhr in Gang setzen. "Eine Reihe vorn! Geht rein in die Reihe! Wir machen das Tempo!", kämpft ein Einpeitscher brüllend für "ein schönes Bild", das die Borussen stark machen und den Gegner in Angst und Schrecken versetzen soll. Auf sein Kommando reißen alle die Arme in die Luft und wünschen dem Revierrivalen aus Leibeskräften "Tod und Hass dem S04!"

An der Dudenstraße beobachten Arnd Marewski und Thilo Danielsmeyer vom Fanprojekt wohlwollend den Zug, dessen aggressive Front einige Passanten zurückschrecken lässt. "Die schwarzen Kutten stellen eher die aktuelle Modefarbe dar, keinen schwarzen Block", beschwichtigt Marewski. "Die Jungs stellen sich eben selbst so dar, singen und feiern sich - das ist doch wunderbar."

Lust am Feiern

In den hinteren Reihen bestimmen Vorfreude und die Lust am Feiern die Stimmung. Mit gerecktem Schaumstoff-Mittelfinger ziehen Henning Spata und Sandra Schmitz mit ihren Freunden gut gelaunt über die Fan-Meile. "Das ist doch alles nur ein Spiel, auch der Hass ist nur gespielt", sagt Sandra Schmitz lachend. Als "Nachhut" folgen Werner Schubedak und Tanja Bähr mit ihren vier und sechs Jahre alten Kindern Monique und Maurice dem Tross und stimmen sich auf das Derby ein. Dass es heute gegen Schalke geht, wissen auch die Kleinsten, die fröhlich ihre schwarz-gelben Fahnen schwenken. Als der Fan-Marsch nach eineinhalb Stunden im Stadion eintrudelt, erinnern nur noch verdreckte Straßen, verpinkelte Hauseingänge und einzelne Besoffene, für die der Weg zum Stadion wohl zu weit war, an den schwarz-gelben Zug.

Zahlreiche Einsätze

Nach dem Spiel war die Laune naturgemäß nicht mehr so gut:  Es  gab  zahlreiche Einsätze der Polizei, aber "nichts wirklich Außergewöhnliches", hieß es. Die allermeisten Fans gingen - zwar total entäuscht - aber friedlich nach Hause. 

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